Feder geführt

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Beginnen die Silben wie tröstende Tropfen

ans Fenster betrübter Gedanken zu klopfen,

verläßt sich die Feder auf fühlendes Wagen,

Gewahrtes behutsam ins Freie zu tragen,

als drängte die Lippe zum Kuß;

gelassen ertastend der Glut sich zu fügen,

den sprudelnden Worten bedacht zu genügen,

als lenkte der Wunsch den Genuß,

 

Momente zu trinken in dürstenden Zeiten,

erinnernd die Sinne für Wunder zu weiten,

als könnten sie schöpfen aus ewigen Füllen,

Erkanntes in deutende Dichte zu hüllen,

zu nähren den rhythmischen Fluß

erfüllter, bewegter, erspürter Sekunden,

als legte sich Balsam auf blutende Wunden

und führte zu klarem Entschluß.

 

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eingenickt

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Gerne halte ich zuweilen

Nickerchen im Taggewühle.

Wonnigliche Hochgefühle

lassen mich dem Trott enteilen.

..........Will ein Schläfchen mich betören,..........

 ..........fällt es schwer ihm mitzuteilen,..........

mich doch bitte nicht zu stören,

wenn Gedanken mich umranken.

Doch es lohnt sich nicht zu zanken,

sondern zeitig aufzuhören,

 

nach zu sinnen, vor zu greifen,

Brückenverse zu verschränken,

schlummertrunken ein zu lenken,

aus zu tüfteln, ab zu schweifen,

..........in Dezimen anzustreben..........

 ..........Müdigkeiten abzustreifen,..........

um die Geister zu beleben,

welche halb im Schlaf sich wähnen. -

Also will ich reimend gähnen,

mich zur Siesta bald begeben.

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Frühlingsmärchen

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Ein Knospenmärchen will gemütbetören,

wo Nebelträges sich dem Wink verschließt,

den frostgewebten Klagen zuzuhören,

was ganz gewiß den heit´ren Lenz verdrießt.

 

Und dabei gibt er sich doch solche Mühen

und schmunzelt zwinkernd sich ins Herz hinein,

als wollte er´s zur Heiterkeit erziehen,

die auch die Zeit zum Seufzen schließt mit ein.

 

So sitzt Herr Lenz und schreibt sein Frühlingsmärchen,

erzählt von Weidenkätzchen streichelzart.

Daneben malt er froh ein Vogelpärchen,

das sein Gespür für Wärme sich bewahrt.

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Zapfenzipfeltropfenmelodie

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Wenn die Tropfen von den Zipfeln all der Zapfen sich vereinen,

sich zu einem riesengroßen Zapfenzipfeltropfen weinen,

um gemeinsam loszulassen, kollektiv vom Dach zu fallen,

will die Kälte noch mal kräftig ihre Faust zusammenballen,

um zu halten, was die Winterfee als Schmuck sich auserwählte,

als sie jeden Einzeltropfen eiseskalt zusammenzählte.

 

Primavera läßt indessen warme Brisen Charme versprühen,

um die Zapfenzipfeltropfen kitzelnd in den Bann zu ziehen.

Mit verschmitztem Frühlingsschmunzeln läßt sie schmelzen, was noch zagte.

Bis der allerletzte Tropfen mutig loszulassen wagte.

 

Wenn ich vor dem Fenster sitze, träumend meine Bahnen zieh´,

lausch´ ich hoffnungsfroh der Zapfenzipfeltropfenmelodie.

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bitter-süß

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Ein Duft von Azafrán betört die Sinnesspitzen,

aromenreich Genüsse herbe anzuregen,

als würde schon ein Hauch Gewürz Magie besitzen,

den Gaumen kitzelnd zur Ekstase zu bewegen.

 

Es ist, als ob die Frühlingsküsse Fäden ziehen

aus Narben, die im Herbstvergolden fruchtbar münden,

dem Bitterscharfen edle Süße mit verliehen,

erlesen Lebenswunderfülle zu verkünden.

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