Lied des Bächleins - Terzanelle
Ein Bächlein lächelt sich durch Tal und Herzen.
Sein Plätschern trägt der Kälte Sorgen fort,
als wolle es den Winter überscherzen,
dem Eis zu trotzen durch ein fröhlich´ Wort.
Es schmunzelt sich den Kummer von der Seele.
Sein Plätschern trägt der Kälte Sorgen fort,
damit es nicht den Augenblick verfehle
zu spüren, wie die Sonnenstrahlen tanzen,
und schmunzelt sich den Kummer von der Seele,
die Ufer mit der Hoffnung zu bepflanzen
dem Winter Frühlingsflüstern einzuhauchen,
zu spüren, wie die Sonnenstrahlen tanzen,
in ahnungsvolle Zuversicht zu tauchen.
Lebendigkeit durchströmt sein stetes Fließen,
dem Winter Frühlingsflüstern einzuhauchen.
Sein Lied erklingt, die Hoffnung zu begrüßen:
Ein Bächlein lächelt sich durch Tal und Herzen,
Lebendigkeit durchströmt sein stetes Fließen,
als wolle es den Winter überscherzen...
Ein Brückenstückchen
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Erwarte nicht vom Andern ein Erkennen
in das, was Deine Schritte täglich lenkt.
Wie soll er ahnen, was in Dir sich kränkt
an dem, was kein Ertrösten kann benennen.
Auch er darf stolpern, hier im Erdenrennen.
Und wenn er Dir ein Lebenszeichen schenkt,
dann heiß´ willkommen, wo er Dich bedenkt
mit einem Winken seiner Herzantennen.
Was sollen wir uns lang um Angst bekümmern,
um Einzelscherben aus den Aschetrümmern?
Es gilt ein Brückenstückchen mitzubauen!
Die Strecke bis zum Sterben bleibt ein Wandern.
Wir teilen Leid und Freuden mit dem Andern.
Es lohnt sich drum, nach einem “Wir” zu schauen.
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Für Euch!
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Heute möcht´ ich mich verschenken!
Dir ein “Stück” Gefühl zu reichen.
Dazu muß ich “Ego” streichen,
um nicht nur an mich zu denken.
Sei verletzlich im Bejahen
Deiner Eigentümlichkeit!
Du bist einzig im Ernahen
Deiner Ebenbürtigkeit!
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Azul lejanía
Unerreichbar steht sie fest,
weil sie sich nicht pflücken läßt,
von gesehnten Süchten
Mancher hat ihr Blau erblickt,
war sogleich von ihr entzückt,
wollte gar sie züchten
durch der Blicke Durst und Gier,
die im Haben sucht im Hier
in Besitz zu bringen.
Von Verlangen wahnbestimmt,
sich zu schmücken roh und blind
mit den zarten Dingen,
über die sein Herz sich zehrt,
weil es Seltenes begehrt,
das er selbst entbehrte.
Seine Macht, sie reichte nicht,
Blüte war zu zart und schlicht,
daß sie ab sich kehrte
von dem groben Sinn der Glut,
weil die Sanftmut in ihr ruht.
Gegenteil von Gieren.
Wer die Hand im Greifen hebt,
dem entzieht sie sich und lebt
- ohne zu verlieren -
jenes Achten auf ihr Kleid,
denn sie ahnt das tiefe Leid,
das dem Durst entsprungen.
Sie verschließt sich jenem Schliff,
und dem harten, groben Griff,
dem es nicht gelungen
in das Innere zu seh´n.
wo das Klingen zu versteh´n,
das die Blüten wahren.
Maßgefüllte stille Pracht,
die besonnen und bedacht
meidet laut Gebaren.
Schauen kann sie nur der Blick,
dem sie öffnet sich im Glück
wortlos zu vertrauen.
Deshalb blüht sie selten nur,
auf dem Felsen der Natur.
Darauf kann sie bauen.
Gaben geben
Gaben sind uns mitgegeben,
einzuhauchen Sinn und Leben
in das SO uns Anvertraute.
Es vermeidet alles Laute,
denn die Frucht der Gabe schwindet,
wenn „man“ sie mit Lob verbindet.
Solcher Ruhm wird schnell verrauchen.
Gabe läßt sich nicht mißbrauchen.
Meistens wohnt sie bei den Stillen,
die mit Dankbarkeit sie füllen,
nichts für selbstverständlich achten,
sondern ein Geschenk draus machten,
da die Freude, die sie schenken
sich ins Herz zurück wird lenken.
Darum nutze Deine Gaben
nicht um Ruhm damit zu haben.
Denn sonst wirst Du Dich vergleichen,
mit Geschenktem nichts erreichen,
läßt es sich doch nicht erschleichen
sondern wird von dannen weichen,
um das Glück noch mitzunehmen,
und dann mußt Du Dich bequemen
mit den Mittelmäßigkeiten,
die Dir nurmehr Neid bereiten.
Denn das WIE der Weiter-Gabe
schmückt sich nicht mit Ruhmgehabe.
Dadurch wird sie nur erlahmen,
um die Echten nachzuahmen,
die sich still der Kraft erfreuen,
ihre Gaben bunt verstreuen,
ohne etwas zu erwarten.
Auch im Winter blüht ihr Garten,
den sie einfach wachsen lassen
und sich nicht mit Lob befassen,
sondern Blütenprachten hegen,
jedes kleine Blättchen pflegen.
Muse wird sie vielmals küssen. -
Um Vergänglichkeit zu wissen,
läßt sie in die Tiefe dringen.
Gabe läßt sich nicht erzwingen.
Sie bewahrt der Träne Lachen,
um sich selbst nichts vorzumachen.
Laß die Gabe einfach klingen.
Dann wird sie in Herzen dringen.
Bleib´ natürlich und beständig,
und dann bleibt der Geist auch wendig.
