Muschelklang

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Bevor es nebelt, flüster mir ein Sehnen

aus sonngeküßten Stränden ins Gemüt,

damit Erinnern sandumschmiegt erglüht

im Muschelklang der Wellenkantilenen.

 

Verblassen sollen Sturm- und Abschiedsszenen,

aus denen mir kein Hoffen mehr erblüht,

wo Lebensfülle leeren Charme versprüht,

verwundet an Tristessen sich zu lehnen.

 

Solang die meerumrauschten Wünsche winken,

vermag ein Windeshauchen mich zu wiegen

ins Traumgemach, das zeitlos Wunder webt.

 

Aus Regenbogenkelchen will ich trinken,

in denen Bitterkeiten bald versiegen,

davon zu künden: Ja, ich hab gelebt!

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Sprich nach innen

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Sprich nach innen, wenn die Wünsche brennen,

einst erfüllte wieder zu erkennen.

Spür´, wofür ein Dank sich läßt erfühlen,

nicht-erfülltes Sehnen Dir zu kühlen.

 

Sprich nach innen, wenn die Leeren beugen,

Starren namenlose Angst erzeugen,

halmeklammernd noch nach vorn zu schauen,

aufzurichten, was vergaß zu trauen.

 

Sprich nach innen, wenn die Zweifel zwingen,

richtungslos um vagen Halt zu ringen.

Manch´ Erreichtes stolpernd zu erfahren

kann vor manchem Sturz ins Nichts bewahren.

 

Sprich nach innen, wenn in Dunkelheiten

Dir ein Lichtlein will den Weg bereiten.

Was sich ohne Worte läßt erhören,

kann Dir niemand jemals ganz zerstören.

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Schub-Laden

Wie viel´ Laden hat Dein Schränkchen?

Mister „No“ in Lade vier

trinkt nach Deiner engen Stirne

bloß die „falsche“ Sorte Bier.

 

Misses „Sollte“ hat ´ne Macke.

Das ist die aus Lade drei.

Denn sie hört die alten Schlager,

die Du hältst für Einheitsbrei.

 

Nachbar „Müßte“ spielt gern Tennis,

abgelegt in Lade acht.

Schließlich siehst Du ihn als Snobby.

Drum gehört er ausgelacht.

 

Fräulein „Hastenichtgesehen“

geht zum Lach- und Sportverein.

Ab in Deine Lade achtzig,

mit dem Schildchen „dumm“ hinein.

 

Leg´ sie fest, sie werden ändern

weder sich noch ihren Spleen.

Bleibe stehen. Du bist richtig,

alle andern zu erziehn.

 

Denn Du hast ja Deine Laden,

nur das „Schlechte“ packst Du rein.

Gute Seiten all der Menschen,

die gestehst Du Dir nicht ein.

 

Müßtest Dich ansonsten prüfen

und gestehen, daß Du fehlst.

Doch mißtraust Du Dir am meisten,

wo Du Deinen Schrank verhehlst.

 

Gibst den Menschen keine Chance.

Machst die Laden alle dicht.

Hast Dich selber schub-geladen,

wo Du hältst Dein Schrankgericht.

 

Mister „No“ wird weiter trinken,

SEINE Sorte Bier! Und Du?

Wirst Dich weiter drüber ärgern,

läufst ja nicht in seinem Schuh´.

 

Auch die andern werden folgen,

- dázu sind sie schließlich frei -

Eigentümlichkeit zu leben.

Ob´s Dir paßt, ist einerlei.

 

Schließlich müssen sie nicht passen.

Ändern kannst Du nichts daran;

nur die Winkel Deiner Blicke

und für möglich halten dann,

 

daß die Laden sechs und sieben

ja noch frei sind für den Fall,

daß Du Eigenschaften findest

mit demselben Tick und Knall,

 

den bei andern Du gefunden,

ohne ihn an Dir zu seh´n.

Aber Irren ist ja menschlich.

Nenn´ es einfach Mißversteh´n...

 

 

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Augen auf!

Liegen kleine Glücke. Tölpel!

Schau auf Deine Schritte!

Blinde Trampeltritte. -

Möglichkeiten wollen winken!

 

Achte auf die Lebenspfade!

Willst Du Dich verpassen?

Freude blüh´n zu lassen?

Eigennützig, blind ertrinken?

 

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Orientierungslos?

Eben Brille noch geputzt. - Plötzlich fällt sie ihm herunter.

Einzig durch ein Mißgeschick. - Vorher sah er noch so munter.

Nun verschwimmt ihm alles schnell, - kann die Türe nicht erkennen.

Lesen, es gelingt nicht mehr. - Uhrzeit kann er nicht benennen.

Vorher war ihm alles klar. - Jetzt gewahrt er all die Schranken.

Findet keine Richtung mehr. - Seine Welt gerät ins Wanken.

Doch es ist ja nicht zu spät, - bald zum Optiker zu gehen.

Brille ist dann wieder „heil“. - Und er kann die Uhrzeit sehen.

 

Orientierungslos!

 

Eben Maske noch geputzt. - Plötzlich fällt sie ihm herunter.

Weil er Sündenweg gewählt. - Vorher ging er diesen munter.

Nun verschwimmt sein trüber Blick. - Fluchtweg kann er nicht erkennen.

Fällt in abgrundtiefe Angst. - Keine Chance, davon zu rennen.

Vorher wußte er davon, - daß ihn Jesus könnte retten.

Fand die Lebensrichtung nicht. - Legte sich an Egoketten.

Färbte seine Brille schwarz - und entschied sich blind zu sterben.

Heute ist es schon zu spät. - Seine Brille liegt in Scherben...

 

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