Abschied
Willst so gerne fröhlich singen,
wenn die Abschiedslieder klingen,
tiefer schmerzen als zuvor.
Um so lauter willst Du singen,
doch die Träne steigt empor,
eine Trauer froh zu lähmen,
Dich beim Singen nur zu grämen,
läßt der Wunde keine Zeit,
ihren Schmerz heraus zu klagen.
Kummer läßt sich nicht verjagen.
Ihm bewußt Ade zu sagen
durch ein Leid,
das Dir Last,
sich für Trauer hält bereit,
Lebewohl durch Nacht zu wagen,
Dunkelheit
ohne Hast
auch im bittersten Verzagen
wehes Herz nachhaus´ zu tragen.
Zum Glück ent-täuscht
Verborgen bleibt ein wahres Dienen.
Bescheidenheit, die Dank begehrt und „Lohn“,
erwartet unbescheiden Licht
für sich. Wo Freies mag nicht grünen,
Motiv im Zweifel nährt den Blick zum Thron.
Und wenn der Kelch zu jäh zerbricht,
so wird, oh Menschlein, Dich ersetzen
ein and´rer. - Fühlst Du Dich im Wert verkannt?
Was nützt Dir Ruhm, wo Leid Du fliehst?
Der wirklich „Große“ weiß zu schätzen,
im Schatten still zu wirken, unbenannt,
wo seinen Garten er begießt
im Hintergrund. - Zurück genommen
sich selbst, um innen frei zum Dienst zu sein,
gesehen „nur“ von Töpfer´s Hand,
mitsamt den Wunden angekommen
mit leeren Händen, ohne Glorienschein.
Zum Glück ent-täuscht und doch erkannt.
Der Junge mit den Krücken
Der Junge mit den Krücken,
- im Zeichnen ein Genie -
er mußte oft sich bücken;
er wußte oft nicht, wie
er ohne aufzufallen
- der Blicke sich bewußt -
die Mappe sollte schnallen.
Die Scham in seiner Brust,
sie ließ ihn scheu erröten.
Er wurde ausgelacht.
Ein Spotten, das aus Nöten
den „Außenseiter“ macht.
So zog er zeichnend-stille
zurück sich von der „Welt“,
beneidet um die Fülle,
die seine Gabe hält
in Bildern, die bezeugen,
was unbeachtet blieb.
Er ließ den Mut nicht beugen,
behielt im Seelensieb
die herz-geschenkten Blicke
der Freunde - band-geteilt,
als wär´ die Krücke Brücke,
die manche Wunden heilt.
