Waldbankgedanken - Terzanelle
Begrüßt die alte Bank den letzten Abendfrieden,
begeben die Gedanken sich auf weite Reise,
geprägt von Stille, die im Alter ihr beschieden,
verweilen sie an Damals-Orten, schließen Kreise,
die offen noch für Wünsche, Reue, Illusionen;
begeben die Gedanken sich auf weite Reise,
als wollten sie das alte Holz vor Rissen schonen,
im bangen Hoffen, einmal noch gebraucht zu werden,
so offen noch für Wünsche, Reue, Illusionen,
im tiefen Wissen um Vergänglichkeit auf Erden
den zugedachten Platz im Dasein auszufüllen,
im bangen Hoffen, einmal noch gebraucht zu werden,
als ließe sich ein Sehnen noch im Sterben stillen,
die nicht erfüllten Träume noch mit Sinn zu weben,
den zugedachten Platz im Dasein auszufüllen.
Am Waldesrand, von weichem Sternenmoos umgeben,
begrüßt die alte Bank den letzten Abendfrieden. -
Erinnerungen an ein reich-erfülltes Leben,
geprägt von Stille, die im Alter ihr beschieden.
Mit einem Flügel fliegen
Zusammenklang, wer hat sie Dir gebrochen,
die Flügel, die behutsam Dich getragen,
Verbundenheit zu bergen, Wir zu wagen,
gegründet auf Vertrauen, unbestochen?
Wer konnte jenes feste Band zerschneiden,
den Schutz vereinter Schritte zu entzweien,
als wollte „es“ gefangen sich befreien,
dem Miteinander seinen Halt zu neiden?
Und will die Liebe „Hand-in-Hand“ verbinden,
so wird sie auch mit einem Flügel fliegen,
und ein Getrenntes bald zusammenfügen,
ein jedes Hindernis zu überwinden!
o. T.
Lebensschiff begibt sich auf die Reise.
Luxusliner wählt er für die Tour.
Streß und Alltagssorgen werden leise.
Urlaubsglamour pur.
Unterhaltung und Genuß betören.
Alltagstrottentflohen spannt er aus,
Zu den Reichen, Schönen zu gehören
läßt er sich zuhaus,
um die scheinbar heile Welt zu spüren
um dem Grau-Gewohnten zu entfliehn.
zu vergessen und sich zu verlieren.
Seine Jahre ziehn,
und er badet noch in Luxuswogen.
Noch ist seine Bühne diese Welt.
Erster Klasse hat er sich betrogen.
Kaufte Schein für Geld.
Als sein Lebensschiff beginnt zu sinken,
spielt die Tanzkapelle letzten Takt.
Hilfe sucht er, will ja nicht ertrinken.
Alt und reich und nackt.
Lehnt es ab, Versicherung zu schließen
für das ew´ge Leben nach dem Tod.
Will die Losigkeit vom Sinn genießen,
ohne Rettungsboot.
Seine Existenz gerät ins Wanken.
Wofür, fragt er, hat er reich gelebt?
Die Vergänglichkeit, sie setzt ihm Schranken.
Nicht versichert klebt
er am Diesseits. Endlich. Angewiesen.
Lebensschiff versinkt in Zweifel. Not!
Für das Jenseits fehlen ihm die Riesen
nach dem Luxus-Tod.
