Sehn-Sucht
Beginnt der Durst nach Mehr, / Genug - erkannt - zu fliehen,
Verlangen und Begehr´ / sich hungrig zu verzehren,
wo nicht Erreichtes weicht, / vor Haben sich zu wehren,
ein Mangel dort entsteht, / wo Überfluß - geliehen,
bereits im Paradies / sich diesem will entziehen,
die Sucht des Sehnens wählt, / um weiter zu begehren,
verläßt das Glück ein Herz, / um Leere zu bescheren,
verschließt die Dankestür / bei unzufried´nen Mühen
dem Ewigwunsch sich ganz, / dem Reinen abzudanken,
am Drang nach Übersatt / erstickend zu erkranken.
Entfremden folgt der Gier, / wo Sehnsucht hält gefangen,
die Lust auf Nie-Genug / mit Bitterkeit zu füllen,
um keine Freude mehr / auf Dauer je zu stillen.
Ein Käfig ganz aus Gold - / die Wüste im Verlangen.
