Fettauge auf Sinnsuche

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Ein Auge, träge-fett / verirrte sich im tiefen,

mit Naß gefüllten Topf / und starrte vor sich hin,

die Oberfläche leid, / vom faulen Lustgewinn

den Kreisesblick getrübt, / als ob die Tränen liefen

 

vor lauter Larmoyanz. - / Es wollte nicht mehr triefen.

So schwamm es tropfenrund / und suchte nach dem Sinn

zu tauchen - chancenlos / von klarem Anbeginn

der Untergrundgefahr, / wo manche Stillen schliefen.

 

Im sichtbeengten Raum - / verloren, brillenlos -

verschmolz es ölig-glatt / - und fand das grandios -

mit Augen fett-gefüllt, / die oft in Gruppen baden.

 

Dem Wasser war´s egal, / im Topf genügt´ der Platz

zu schwimmen, obenauf, / zu tauchen nach dem Schatz,

der meist in Tiefen ruht, / von Fetten längst entladen.

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Schule geschwänzt

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Wenn die Weidenkätzchen flauschig-silbern glänzen,

möcht´ ich manches Mal so gern die Schule schwänzen,

die des Lebens, das uns lehrt durch Leid zu schauen,

welchen Mist wir Menschenkinder oftmals bauen.

 

Und natürlich lerne ich vor allen Dingen,

was die Nachtigallen so beim Trapsen singen.

Denn dann könnt´ ich durch die Felder barfuß springen,

ohne mich an ausgelegten Scherben, Klingen

 

zu verletzen. In die Sonne könnt´ ich strahlen

und vergessen eine Zeit, mit welchen Qualen

sich die Menschen Leben ohne Grund erschweren,

trotz des Wissens nicht dran denken umzukehren.

 

Doch ich kann die Schule dauerhaft nicht schwänzen.

Lernen muß ich, auch wenn Weidenkätzchen glänzen.

Blau zu machen lohnt sich selten anzustreben,

ohne seine blauen Wunder zu erleben...

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Schreib´ Dir eine Ansichtskarte!

Will der Alltag Dich verwirren,

magst Du in die Ferne schwirren,

um den Sorgen zu entfliehen,

die Dir an den Nerven ziehen.

Geh´ in Urlaub, auf die Reise

zu erfahren auf die Weise,

was für and´re ganz alltäglich,

dann begeister´ Dich unsäglich!

Schließlich bist Du ausgeflogen

hast Dich dem, was ist, entzogen,

Dich der Fakten zu entheben,

die Dir stellt das nackte Leben.

Was den andern ganz gewöhnlich,

hältst Du plötzlich für anséhnlich.

Darum schweife in die Ferne!

Pack den Mut ein und verlerne,

hinzusehen und zu danken,

für den Alltag und die Schranken.

Auch im Urlaub wird ein Staunen

schnell zu einem Alltags-Raunen,

das dem Wenn-und-Aber-Kämpfer

rasch erteilt verdienten Dämpfer,

Wirklichkeiten hinzunehmen

statt auf Reisen die bequemen

„Ach wie könnt´ es doch so bleiben!“

von der Rechnung abzuschreiben.

Sich zu täuschen macht oft blind,

sie zu nehmen, wie sie sind

all die kleine Heute-Sorgen,

sich bei andern auszuborgen.

Fahr´ in Urlaub, frag´ beim Starten:

Worin liegt Dein Grunderwarten?

Schreib´ Dir eine Ansichtskarte

aus der Ferne. Danach warte

bis zuhause Du gelesen,

daß es schöner NICHT gewesen.

Denn auf irgendeine Weise

sind wir immer auf der Reise.

 

Sehnen nach den fernen Zielen

läßt die Heimat näher fühlen.

Manches droht sich zu verlieren,

wenn wir pausenlos marschieren.

 

 

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