Adergold
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Es fiel ein Blatt mir ins Gebet,
septemberraubereift,
wie Adergold, das herbstumweht
Erinnerungen streift.
Ich sog die Silben wie ein Dieb
aus seiner Endlichkeit.
Mir war, als hauchte es: ´Vergib,
es ist zum Abschied Zeit.´
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Lied der Trauerweide
Der See, zu dem sich ihre wehen Träume weinen
ist Freund und kennt ihr altes Abschiedslied
von Zweigen, die sich duldend neigen zu vereinen,
was schweigend sich der Hoffnung Blick entzieht,
um jedem losen Blatt die Träne mitzugeben,
die ungeweint ihr Lächeln nicht versteht,
wie Kummer konfrontiert mit prallgefülltem Leben,
aus dem ein Mensch - geliebt - für immer geht.
Sie beugt ihr winterkahles Haupt betrübt hernieder.
Im See des Sehnens spiegelt sich ihr Kleid,
als trüge Jahr um Jahr sie fort die Trauer wieder,
der Menschen stumm verklung´nes Abschiedsleid,
es tief gebeugt dem stillen See herabzuneigen,
der trostvoll ihre Tränen sanft umfängt.
Die Trauerweide trägt mit ihren Trauerzweigen
ihr Leid zum See, der manchen Trost geschenkt.
Die alte Truhe
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Die Truhe hob er auf, sie aufzuschließen
an jedem Tag, sein Damals zu begrüßen,
erinnerte Momente. - Weher Mut,
ein Hauch von Schmunzeln schmerzte seine Wangen,
den Duft von Gestern wieder zu erlangen,
darin ein Sehnen noch an Ketten ruht.
Ein Korn aus Staub bedeckte sein Gedenken.
Die Truhe wischte er mit all den Bänken,
auf denen er verharrte wie im Traum.
Gewohnheit setzte sich auf Bank und Truhe.
Verblassen hüllte die enttäuschte Ruhe
des Nie-Mehr-Wieder in den leeren Raum,
darin sein Heute dürstete nach Leben.
Er schaute zu, als all die Spinnenweben
die alte Truhe streichelten im Licht
des Damals, das ihn aus der Ferne grüßte
als ob er nur noch Abschied nehmen müßte,
weil nun ein leises Hoffen zu ihm spricht..
o. T.
Sie hat noch keinen Namen.
Ich würd´ sie gerne rahmen,
bevor ihr Welken winkt.
Ihr Duft erinnert leise
an eine Abschiedweise,
die schon den Herbst besingt.
Ihr Blühen - wie ein Zeichen,
nun will der Sommer weichen.
Ich ahnte es als Kind,
wann immer sie mich grüßte,
ich Abschied nehmen müßte,
erzählte mir der Wind.
Die zarte Blüte nickte,
als sie das Kind erblickte
und tröstet wunderbar:
Du wirst mich wiedersehen.
Bis dahin laß mich gehen.
Ich blüh´ im nächsten Jahr.
Wie damals ist´s geblieben.
Drum hab´ ich´s aufgeschrieben.
Ein Hoffen liegt darin.
Es flüstert durch ihr Blühen:
Nun will der Sommer ziehen.
Die Blüte weiß wohin...
