Mañana
.
Wo Furcht und Hoffen durcheinander schnattern,
gedenkt Geduld nicht gern als Gast zu bleiben
Wozu das aufgeregte Flügelflattern?
Wie will der Wind ein Ungemach vertreiben?
Mañana läßt sich nicht ins Heute pressen.
Gelassen wird als Gast Geduld gern bleiben.
Drum suche nicht die Dinge, die Dich stressen,
im Eifer unbedachten Tuns zu zwingen.
Mañana läßt sich nicht ins Heute pressen.
Es könnte vieles reibungslos gelingen,
sich abzufinden, wenn die Zeit will´s fügen.
Im Eifer unbedachten Tuns zu zwingen,
was nicht zu ändern, kann die Sicht nur trügen.
Drum nutze wohl die kostbar-kurze Spanne
Dich abzufinden, wenn die Zeit will´s fügen,
und zieh ein Positives aus der Panne.
Wo Furcht und Hoffen durcheinander schnattern,
da nutze wohl die kostbar-kurze Spanne.
Und laß das aufgeregte Flügelflattern...!
.
Echo-Los
.
Im Spiegelsaal erahnter Zwiebedenken
erscheint erlebtes Außen wie erdacht.
Hineingetaucht in Regenbogenglanz,
aus dem sich tanzt ein Wir, im Traum entfacht,
dem Nahesein von fern ins Jetzt zu winken,
als hätte ihm ein Freundesblick gelacht
aus traut-ersehnter Augenmelodie,
betrachtet durch getrübte Phantasie,
im Schleierhaften wissend zu ertrinken. -
Ein Blick entschwindet ohne Resonanz,
als könnte nur Verhülltes Echo schenken.
Getrennte Nähe
.
.
So durstig wie der Zimmerpflanzen Blatt
ertrinkt der nahe Blick in Wüstenferne,
entfernt beziehungslos die Einzelkerne
geteilter Früchte, ist den Brei so satt,
verhungert im getrennten Grabesbett,
entfremdet in berührungslosem Sehnen
und doch bemüht, die Leere auszudehnen,
im Schwindel für ein nacktes Etikett,
als wenn die Tür der Wand von Licht erzählt,
im fensterlosen Raum, der sprachlos spricht
von Händen einst verbunden durch Verstehen.
Und ob der Rahmen, dessen Bild zerbricht
sich traut, die Trümmer, Scherben anzusehen,
wo doch die Lebenslüge frei gewählt?
.
.
