Reine Zeitverschwendung

 

Neues willst Du hier - im Ernst - erfahren?

Altes kann ich gern zum Spaß Dir schreiben.

Willst Du´s lesen, um Dich einzufühlen?

Möchtest Du nach Schätzen lieber wühlen?

Gar die Zeit mit Ärger Dir vertreiben?

Oder einfach Echtes aufbewahren,

 

das Du längst schon selbst in Dir gefunden?

Hast Du vor, ein Tieferes zu finden?

Suchst Du gar Impulse, Dich zu spüren?

Welche Worte könnten Dich berühren?

Noch ist Zeit, ins Freie zu verschwinden.

Schließlich sind wir sonst ja nicht verbunden,

 

außer durch die Silben, aufgeschrieben

Dir zu sagen: Laß Dich doch nicht nehmen

auf den Arm, um dann Dich aufzuregen,

über mein Gekritzel, ja, von wegen!

Gerne darfst Du weiter Dich bequemen,

mir die Schuld in Deine Schuhe schieben.

 

Willst Du weiter Deine Zeit verprassen?

Bist Du etwa deshalb unzufrieden?

Hättest doch den Titel lesen können,

statt Dir diesen ganzen Schwall zu gönnen!

Soll ein Glück Dir jemand anders schmieden?

Hast Du Dich verhohnepiepeln lassen?

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Wirklich wahr! ;-)

 

Es muß doch wirklich möglich sein,

die Sache auf den Punkt zu bringen.

Sie geht uns alle an und ein;

und schließlich soll der Punkt ja springen!

 

Im Grunde - also kurzgefaßt -

gewissermaßen leicht verständlich, -

und wenn´s dem einen auch nicht paßt,

so sollte doch der an´dre endlich

 

kapieren, daß es wichtig ist,

Gedanken sich darum zu machen,

anstatt zu denken: `Welch ein Mist!`,

um dann den Schreiber auszulachen.

 

Es ist ja allgemein bekannt,

und dennoch sollte „man“ besprechen,

wir leben ja im freien Land,

um auch ´mal Fässer aufzubrechen.

 

Da sollte keiner kompliziert

die Dinge um den Brei zerreden,

betrifft es doch - wie angeführt,

am Ende - nachgewiesen - jeden.

 

Und deshalb muß das Thema klar

zur Sprache auch bewußt gelangen.

Nicht jedem liegt es offenbar,

den Faden erst ´mal anzufangen.

 

Es ist der Faden, der mir just

in diesem Augenblick entglitten.

Und trotzdem - find´ ich - ohne Frust,

er würde hier ´mal angeschnitten;-)

 

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Waldes-Wut

Fingerhut und Sauerampfer zankten sich im Wald vor Wut.

Ampfer wurde richtig sauer, denn er suchte seinen Hut

und erhob sogleich den Finger: „DU hast meinen Hut geklaut!

Hast genügend von den Dingern!“ Dabei wurd´ er wirklich laut,

so als wollt´ er Gift verspritzen. Digitalis war erschreckt.

Hatte dieser Sauerampfer wohl sein Giftversteck entdeckt?

„Läßt Du wohl sofort die Finger weg von meinem Hüteschrank,

denn sonst kann ich giftig werden, und dann gibt es sauren Zank-

apfel oder Zankmelone, ganz egal, auf jeden Fall

kriegst Du eins auf Deine Finger! Hast Du einen Ampfer-Knall!?

Gestern gab ich Dir ein Hütchen und den kleinen Finger auch.

Und jetzt nennst Du MICH ´nen Gauner. AB in Deinen sauren Strauch!

Wer mich um den Finger wickelt, um zu nehmen ganze Hand,

ist ja selbst ein langer Finger, nicht getrost und bei Verstand.

Und den Fingerhut von gestern, gibst Du SO!fort wieder raus!

Denn sonst werde ICH mal giftig, und dann heißt es: Aus die Maus!“

 

 

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Eigenlob in Käselatschen

Je größer das Maul, desto kleiner die Taten,
je lauter das Krächzen, je leiser der Mut.
Je nackter das Brüsten mit nichtigem Können,
je feiger bedeckt sich, wo Wissen nicht ruht.

Da mag er dann rühmen, was immer er möchte,
Ergebnisse zeigen, wem Ruhm nicht gebührt.
Die Toren beloben die Dummen von gestern,
der Unsinn, er preiset sich selber, verführt

von Narren, die groben, von Schlägern, die schäumen,
von Helden, die maulen, von Prahlern, die schrei´n,
der älteste Käse tut besser noch riechen,
als eigenes Loben mit hinkendem Bein.

Die Masken gewechselt, Gestank ist derselbe,
die schleimigen Spuren, sie gleichen sich stets.
Dem wirklichen Könner, es packt ihn ein Grausen,
wo Laie versucht sich, der Winde verweht´s.

Je länger das Rühmen des eigenen Mangels,
je weniger Inhalt dahinter versteckt.
Der Neider, er braucht es, sonst wäre er gelber,
die Weste ist so schon vom Loben befleckt.

Je öfter er suchet nach Beifall zu gieren,
je weniger wird er am Ende geliebt.
Denn keiner begibt sich auf stinkende Bahnen,
wo jemand mit Schminke sich gellend umgibt.

Entrüstet sich Lober, so lachen die Spötter.
Der Fechter der eigenen Schatten verstummt.
Er wollte viel gelten, doch hat er sein Möchten
in schallendem Rauche des Toren vermummt.

Wer Eig´nes beschreibet mit lobenden Worten,
verliert seine Achtung. Die Würde, sie hinkt.
Die Phrasen bezeugen, wo Werte verloren,
denn eigenes Loben, es mindert und stinkt.

 

 

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