Wenn Asche schreit

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Gehäuft ein Hasten lang, / im Safe sein Brot zu sparen.

Ein Wort, ein Blick, ein Korn / versengt, verdorrt, erstickt.

Vom Vogel Geiz erspäht, / den Samen aufgepickt.

Entschlafend noch gerafft, / um Staub aus Gold zu bahren.

 

Im Herzen will das Eis / vor Flammen sich bewahren.

Der Durst nach Gnadenquell / zum Ungehörten blickt,

als hätte Einsichts-Los / die Rechnung längst verschickt,

mit Kundennummer „Tod“ / zur Hölle „Gier“ zu fahren.

 

Erkennen kommt zu spät; / der Schluchten Schlund zu weit,

als daß ein Lindern lauscht, / wo nur die Asche schreit.

Wie wohl der Stand verarmt, / am Wasser zu versiegen?

 

Verändert sich die Sicht, / erblindend noch bereit,

ein anvertrautes Gut, / zu reichen nach der Zeit,

wenn Reuen ruhelos / im Unterlassen liegen?

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Schach ohne Dame

 

 

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Alle sollen sie es büßen,

daß „man“ sie geschlagen hat;

für die Fouls beim Hetzen-Müssen,

setzte „man“ die Dame matt,

 

weil die Läufer und die Springer

ihre Züge längst durchschaut.

Ihre Türme sind wie Zwinger

für die Gruben, selbst gebaut.

 

Die Verstöße, die sie rügte,

setzte selbst sie ein beim Spiel,

das sadistisch sie vergnügte,

wenn die andern blieben Ziel

 

jener destruktiven Seele

die sich einsam-ringend quält,

die das Urteil ihr verhehle,

das sie über sich gefällt

 

bei dem Amoklauf der Rache,

der ihr selber zeigt wie arm

all das projizierte Schwache

kompensiert den eig´nen Harm.

 

Wie die Spinne, die gefangen

in den Fäden, Zug um Zug,

eig´ner Netze, die verlangen,

daß der zähe Selbstbetrug

 

eines lang verhaßten Lebens

kein Verleugnen mehr erlaubt.

Putzen, büßen sollen and´re,

wenn die Dame sich entstaubt.

 

Strategie der Schwertfiguren

schlug die Dame selbst ins Aus,

daß die Bauern mit den Pferden

schlagen ihren Spott daraus.

 

Spielbrett gleicht der Kampfarena

nach dem Wüten einer Schlacht,

bei der alle Opfer wurden,

weil die Dame schrie nach Macht,

 

die der Lust am Quälen frönte,

grausam, einsam, wundgeprägt,

andere für das verhöhnte,

was sie selber in sich trägt.

 

 

„Die Grausamkeit der meisten Menschen ist Phantasielosigkeit,

und ihre Brutalität Ignoranz.“ - Kurt Tucholsky

 

 

 

  

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