siempre verde

 

- immergrün -

 

Es mag der Frühling hoffnungsfarbenreich beschenken,

der Sommer blütenprachtbeschwingt gemüterquicken,

der Herbst vergänglichkeitsbedacht zum Abschied nicken,

so will ich noch im Winter meine Blicke lenken,

 

wo Immergrün sein Ewigzwinkern will verschwenden,

das auch im Dunkeln dauerhaft mich kann berühren,

als öffne es in Eiseskälte Herzenstüren,

im Weiterblühen einen Gruß aus Licht zu senden.

 

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Pusteplausch

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Wirbelwind und Löwenzähnchen

trafen sich zum Frühlingsplausch.

Gelbe Zungenblütensträhnchen

regten sich zum Schlagabtausch.

 

Daß der Wind so gerne schmuste,

stieß derweil auf Gegenwehr.

Drum befahl er zugig: „Puste,

Blume! Denn ich mag dich sehr.

 

Will dir durch die Löwenmähne

wirbelnd wuscheln, bis du fliegst.

Zeig´ mir bloß nicht deine Zähne,

wenn vor Wonne du dich wiegst

 

durch die Lüfte, schirmbeflügelt

bis zur Sonne, die verschmitzt

schmunzelt, weil ihr ungezügelt

Pappus auf der Nase sitzt.“

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Wunderblütenteppich

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Es war einmal - und blüht bis heut´-

ein Teppich namens „Lebensfreud´“,

der wollte ´was bewirken.

Er suchte sich ein Menschenkind,

und bat es: „Pflücke mir geschwind

ein Sträußlein Grün der Birken.“

 

Das Kind begab sich frisch ans Werk;

gerichtet war sein Augenmerk

auf all die Wunderblüten.

Ein Glöckchen ließ sich pflücken gern,

als kleiner blauer Treue-Stern

dem Teppich sich zu bieten.

 

Die Amapola - rot-betont -

in der die Liebe mohnlich wohnt,

erlaubte gleich ihr Brechen

von Kindes Hand, als wär´s ein Glück

verknüpft zu werden als Geschick

von Paradiesversprechen.

 

Aus bunt geknüpfter Farbenpracht,

darauf der Sonne Wärme lacht,

begann es aus dem Vollen

zu schöpfen, bis zum letzten Blatt,

und suchte - nach den Mühen matt -

den Teppich einzurollen,

 

umschmiegt von einem Birkenband

aus Zweigengrün vom Elfenland,

den schwersten Schritt zu wagen.

Es packte sich den Wiesenflor

auf seinen Rücken, bergempor

die Last zum Ziel zu tragen.

 

Wie Sisyphus, nur ohne Stein

und Eigennutz als Klotz am Bein,

begann das Kind die Reise

zum Berg hinauf und blickte nicht

zurück. Es schaute auf zum Licht,

in einer stillen Weise,

 

die - oben angekommen - trennt´

das Band vom Teppich froh-behend,

die Lasten loszulassen.

Die Blumenfülle floß ins Tal;

die Menschen hatten keine Wahl,

die Hoffnung zu verpassen.

 

Der Teppich namens „Lebensfreud´“

erblüht in bunter Pracht bis heut´,

wenn Kinder ihn bewahren.

Und weil sie nicht gestorben sind,

erzähl´ ich Dir in Versen, Kind,

was selber ich erfahren.

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