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Geplatzte "Bombe"

 

Drohen, wenn auch unterschwellig,

zeigt: Der Feige fürchtet sich.

Leeres Blähen gibt sich Blöße,

zittert ängstlich, jämmerlich,

 

ohne Redlichkeit zu treffen.

Diese braucht sich nicht zu wehr´n,

weil das Recht auf ihrer Seite,

dem ein Drohen kann nicht stör´n.

 

Ohne Wahres gleicht das Donnern

solcher Droher unter Druck,

die sich in die Enge treiben,

jenem zwangbedrängten Ruck,

 

der dem blinden Zorn erlegen,

der den Bogen überspannt,

ohne die Vernunft zu fragen,

letztlich gegen sich gewandt.

 

Der Bedrohte wird gefürchtet

ob der Dinge, die er weiß.

Wo er solches läßt erahnen,

wird dem Droher sichtlich heiß,

 

denn ins Schwarze so getroffen,

fährt er aus der Schlangenhaut,

läßt die Selbstbeherrschung fahren,

weil er selber sich nicht traut.

 

Und so muß er projizieren

alles, was er selbst getan,

auf den - wirkungslos - Bedrohten,

der die Schuhe zieht nicht an,

 

sondern hütet, was erfahren,

ohne Wehren, schweigend frei.

Denn des Droher´s trügend´ Worte

sind ihm gänzlich einerlei,

 

wie Geschwätz in feigen Phrasen,

vorgetäuschte leere Macht,

die sich selber nur gefährdet,

um die Achtung so gebracht.

 

Psychisch Zwänge auszuüben,

bringt den Freien nicht zu Fall.

Es entehrt den Droher selber,

wenn die Bombe platzt im Knall.

 

 

„Euer Drohen hat kein Schrecken, Cassius;

denn ich bin so bewehrt durch Redlichkeit,

daß es vorbeizieht wie der leere Wind.“ - W. Shakespeare

 

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