Auf zur Siesta!

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Es huscht ein Duft verheißungsfroher Frische

gemütlich durch Olivenhainidyllen.

Die Stille sitzt im Frühlingskleid zu Tische

 

und lauscht den Nísperos in reifen Füllen,

ein altvertrautes Zwinker-Ständchen bringen,

gemütlich durch Olivenhainidyllen,

 

als suchten sie die Siesta zu beschwingen,

die bald sich hüllt in Mandelblütenträume,

und altvertraute Zwinker-Ständchen bringen.

 

Von ferne flüstern die Zitronenbäume,

beflügelt von dem sonnengelben Gruße,

der bald sich hüllt in Mandelblütenträume,

 

darin die Lágrima berührt die Muße,

bedächtig durch den wachen Traum zu klingen,

beflügelt von dem sonnengelben Gruße,

 

als wollte sie die Einsamkeit durchdringen.

Es huscht ein Duft verheißungsfroher Frische

bedächtig durch den wachen Traum zu klingen.

Die Stille sitzt im Frühlingskleid zu Tische...

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Sonett 17/52

 

Wo Finsternis die Seele will bedrücken,

die Wärme keiner Nähe kann genügen,

vertraute Worte echolos verfliegen,

Empfinden keine Hoffnung mag erblicken,

 

beginnt die Uhr Vergänglichkeit zu ticken,

dem Wandel als ein Trösten sich zu fügen.

Und will die Nacht dem Locken nicht erliegen

und mitten in dem Dunkel sich verstricken,

 

so darf sie jenen Quell Erfahrung fragen,

im Glauben an die Zuversicht zu gründen,

hindurch das Labyrinth verirrter Wege,

 

verstummt inmitten sinnverneinter Klagen,

im Trotzdem-Weitergehen Trost zu finden,

der wie ein Mantel sich ums Frieren lege.

 

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Wenn Schweigen spricht

 

Eins der besten Argumente ist das Schweigen, denn es zeigt,

daß es einzig durch sein Stillsein oft mehr ausdrückt als verschweigt.

Worte, die nicht ausgesprochen, widerlegen sich ja kaum.

Und so gibt „man“ einem harten Urteil-Sprechen keinen Raum.

Wenn ein Schweigen für den andern trotzdem unerträglich ist.

wird er sich getroffen fühlen, doch das liegt auf seinem Mist.

Denn im Schweigen muß nicht liegen Einverständnis mit dem Tun,

kann - im Gegenteil - erreichen, daß die harten Worte ruh´n,

und im Schweigen sich bestätigt, daß es Wert ist pures Gold,

wo die Worte weiter streiten, was dem Schweiger Recht gezollt.

Manchem, ohne Argumente, ist ein Schweigen wie Gefahr.

Laut erkennt er oft sein Unrecht, wo er nur am Rechten war.

 

Diese Sprache läßt sich lernen, wo die Selbstbeherrschung wohnt.

Um den Frieden zu erlangen hat sich Schweigen oft gelohnt!

Darum zügle Deine Lippen, denn zu Schweigen ist ein Recht,

daß die Richtenden beschämet, denn sie sind der Worte Knecht.

Schweigen kann in vielen Lagen für´s Gemüte sinnvoll sein.

Die Gelassenheit wird wachsen, und ein Schmunzeln stellt sich ein

über manches oberflächlich, überflüssig blinde Wort,

das sich selber hört gern schwätzen, ohne Inhalt, immerfort.

Jene Botschaft, die im Schweigen dennoch klar und deutlich wird,

hat schon manches Mal bewiesen, daß der Schweiger nicht verliert,

weder Worte noch Beherrschung. Dies bewirkt am rechten Platz,

daß im Halse stecken bleiben mancher Phrasendrescher Satz.

 

 

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