Reue-Los
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Verschlossen starrt ihr Tagebuch in off´ne Wunden
zermürbter Reue. - Abgelehnte Fragen nagen,
Gewissenslast verschmähter Blicke grabzutragen,
versuchen noch im Buchertasten zu erkunden,
wie sehr die einst Geliebte wohl zuletzt empfunden,
nachdem er jeden ihrer Briefe überschwiegen.
Und hätte er den Schlüssel nicht in Händen liegen,
er hielte wohl das Büchlein ungezählte Stunden,
im Wissen, daß ihm seine Reue treu-verbunden
auch weiterhin als Stich im Herzen würde brennen.
Ach, könnte er doch heute seine Schuld bekennen,
anstatt am Grab zu stehen mit den off´nen Wunden.
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zugeneigt
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Noch immer stehst Du vor der Tür, den Blick
gerichtet auf die Hand, die Dir entgegen
gereicht; und schaust beschämt, ja fast verlegen
zu Boden, so als gäb´ es kein Zurück.
Ich kenne Deine dunklen Kammern nicht,
mein Freund, und möchte mich so gerne freuen
an unserm Wiedersehn. - In Dein Bereuen
vermagst alleine Du zu lassen Licht.
Verstehen und Vertrauen findest Du,
als hätten wir uns gestern erst gesehen.
Es wird das Band Jahrzehnte überstehen.
Was immer Dich bewegt - ich höre zu.
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Ein Wimpern-Schlag...
Es will ein Hasten ruhelos dem Blick entfliehen.
Ein Wimpern-Schlag zuviel, ein Hauch zu rasch geschlagen.
Ich spür´ ihn sprechen, wo die Augen Trübes sagen.
Und manch´ Vertrauen muß dabei zurück sich ziehen.
Wo vorher Lider ohne Scheu im Einklang schlugen,
verrät ein Zucken nervgetroffen Bruchenthüllen,
als suchte ein Gewissen-Los den Schmerz zu stillen,
wo einst vertraute Flügel durch Gewißheit trugen,
im Glauben, Anvertrautes wortbewahrt zu hüten,
auf Redlichkeit versprechenlos Verlaß zu bauen. -
Ein Wimpern-Schlag genügt, dem Bruch ins Aug´ zu schauen. -
Verschenkte Blumen, die - gebrochen - bald verblühten...
Schlaf, der kleine Tod
Er kennt der Tagesstunden Last,
den grauen Trott gelähmter Hast,
und breitet seinen Schwingen
behutsam über jedes Los,
ob einsam, traurig, leidvoll groß,
um Frieden ihm zu bringen.
Er nimmt den mühevollen Lauf
in seine weichen Arme auf.
Die atemlosen Sorgen,
gedankenschwer und ohne Ruh´,
sein dichter Schleier deckt sie zu -
vergessen und verborgen.
Er gibt dem Leben eine Rast,
damit es wieder Stärke faßt
für seine weite Reise.
Durch Glück und Leid, durch Freud´ und Not
geleitet es der kleine Tod,
der Schlaf, in sanfter Weise.
