Anleitung zur Folgsamkeit;-)

Suche nicht herauszufinden, was Du willst und wo Du stehst.

Frag´ die andern, was Du solltest, ganz egal, wohin Du gehst.

Was sie meinen, übernimm´ es, vorbemundet, ungeprüft.

Was Dir selber gut tun könnte, laß es einfach unvertieft,

und verleugne Deine Wünsche. Füge Dich dem „Gut-Gemeint“.

Ordne Dich in allem unter, auch wenn Deine Seele weint.

Wird erwartet, rechts zu gehen, und Du weißt, Du willst es nicht,

tu es trotzdem, wenn auch ungern, weil es manches Lob verspricht,

das Dir vordergründig winkte. Wink am besten gleich zurück.

Tanze dabei nach den Pfeifen. Denn sie zieh´n Dir einen Strick

und belächeln Dein Verbiegen. Lache einfach buckelnd mit.

Bist Du dánach unzufrieden, halte Dich durch Joggen fit.

Fühl´ Dich frei, Dich zu bedauern, wenn Dich niemand respektiert,

wo die Achtung vor Dir selber freigewillt sich ganz verliert.

Schließlich hast Du Dich entschieden für die brave Folgsamkeit.

Drum begrabe Deine Wünsche und vermeide jeden Streit.

 

 

^^^ ­

Beipackzettel zum Markieren;-)

Willst Du selbst Dir Macht beweisen, demonstrier´ sie pausenlos.

Und markiere Territorien, möglichst herrisch, süchtig, groß.

Jeder, der sich diesen nähert, mach´ ihn nieder Deinem Rang.

Sieh Dich in der Alpha-Stellung. Dominiere jeden Gang

all der andern, die Du fürchtest. Setze Regeln durch und ein.

Schließlich sollen sie nicht ahnen, daß Du innen bist so klein

und so leergehofft und einsam, weil Du Dich so wertlos fühlst.

Solches darfst Du niemals zeigen, weil Du sonst die Macht verspielst,

die im jähen Zorn bezeuget, wieviel Kummer Du doch hast.

weil Du durch die Aggressionen alles Schöne ganz verpaßt.

Ohne Freunde, ohne Nähe, ohne Liebe, die Du suchst,

weil Du ja im tiefsten Herzen all die Bosheit längst verfluchst.

 

Drum bewaffne Dich mit Worten, die gewalt-ig schlagen aus.

Wenn die andern Dich belächeln, renne wütend aus dem Haus

und versuch´s mit Einflußnahme. Setz´ die andern unter Druck.

Wenn sie Dir nicht dienen wollen, laß sie fallen rucki-zuck.

Warne gleichsam vor den Folgen und erzwinge ganz subtil,

in die Quere nicht zu kommen. Denn sonst werden sie zum Ziel.

Wichtig ist, Du übst Kontrolle. Dazu such´ Dir Trottel aus,

die Dir blindlings bang gehorchen. Später wirf sie aus dem Haus,

denn sie könnten Dich verraten, wenn Du ´mal zu menschlich bist.

Und dann läg´ Dein Machtgebaren plötzlich hinter ihrer List.

Wirf moralische Bedenken über Bord und setze fest,

daß es Konsequenzen hagelt, wenn sich niemand gängeln läßt.

 

Wer es wagt zu widersprechen und Dir seine Zähne zeigt,

den verjage mit Komplizen, bis der letzte Gegner schweigt.

Danach gönnst Du Dir ein Bierchen. Poche hierbei auf Dein Recht,

daß „man“ Dich zuerst bedienet. Denn sonst geht´s dem Ober schlecht.

Mitleid darfst Du nie verspüren, denn sonst wankt Dein Ego-Thron.

Und dann heißt es: Regeln ändern, denn sonst bröckelt jener Ton,

der Dir aus den Händen gleitet, weil Du Dich ja selbst nicht magst.

Fühl´ Dich dennoch überlegen. Wenn Du alle erst verjagst

und die Strategien versagen. Denn es ist noch nicht zu spät,

die PS zur Couch zu bringen, von Narzissen übersät...

 

 

^^^ ­

Wie sich (Selbst-) Kritik vermeiden läßt;-)

 

Will Dich jemand kritisieren und Du weißt, er ist im Recht,

geh´ ihm sofort aus dem Wege. Denke fortan von ihm schlecht.

Schließlich trifft er wunde Punkte, die Du an Dir selbst erkannt.

Daher meide alle Menschen, die die Schwächen je benannt.

Wirst Du auf ´ner noblen Feier nicht beachtet, gehe fort.

Du bist einfach einzigartig, besser als die andern dort.

Ahnst Du irgendwo Konflikte, geh´ auch diesen aus dem Weg.

Fühl´ Dich einfach überlegen, poche auf Dein Privileg!

Hast Du Dich ´mal fehlverhalten, und der and´re deckt es auf,

echauffier´ Dich volle Kanne! Laß den Launen freien Lauf!

Projizier´ am besten alles, was Du an Dir selbst nicht magst

auf den andern, dem Du ferner jedes weit´re Wort versagst.

Nenn´ ihn einfach schwach und kränklich. Meide jede Selbstkritik!

Sonst erkennst Du Deine Mängel, findest sowas gar nicht schick.

Sieh Dich immer als Verfolgter. Dazu spalte erst Dein Ich.

Und beziehe jeden Tadel erstmal ganz allein auf Dich.

Danach fange an zu lästern über jeden, der es wagt,

Dein Verhalten zu bekritteln, auch wenn dieses an Dir nagt.

Bitte niemals um Verzeihung, wo der and´re Dich durchschaut.

Wozu Schwächen eingestehen; das ist heutzutage out.

Reagiere hochempfindlich, wenn der and´re Recht behält.

Mach´ ihn schlecht und ignorier´ ihn. Pflege Deine Nabelwelt.

Denk´ daran, Dich dann zu rächen, trage jedem alles nach,

der Dich unverschämt entlarvte und Dich setzte Matt beim Schach.

Laß sie blühen, die Narzissen! Bleibe in Dich selbst verliebt!

Zweifle niemals an Dir selber, weil es Bessere nicht gibt.

 

 

^^^ ­

Anleitung zum Frustablassen;-)

Erstmal suchst Du Dir ein Opfer,

das noch gar nichts davon weiß.

Denn es heißt ja loszulassen,

auch die Nerven, wenn´s zu heiß

und zu hilflos, übermächtig,

in Dir drinnen eskaliert,

so daß Nerv zuerst Kontrolle

dann die Fassung noch verliert.

Wenn Du dann noch immer wartest,

daß Beherrschung sich nicht regt,

mußt Du noch ein bißchen sticheln,

daß Dein Opfer sich bewegt,

um sich - so von Dir geärgert,

provoziert und kleingemacht -

Deine Stiche nicht mehr duldet,

und Dich nun zur Schnecki macht.

Achte auf den Clou des ganzen:

DU bist der, der IHN verletzt.

Wenn er sich dann drüber ärgert,

ist es das, was DICH ergötzt.

Denn Du WILLST ihn provozieren,

zeigst ihm DEINE Schwächen so.

Mancher Mensch, der unzufrieden,

ist gewiß darüber froh,

daß er einen Ausweg findet,

wo der Frust lebendig wird.

Statt ihn für sich selbst zu klären,

lieber letzten Nerv verliert.

 

Sei gewiß, Du wirst es schaffen,

doch bedenke: Augen zu

vor den eig´nen vielen Schwächen,

denn sonst lernst Du noch dazu,

und dann könntest Du erkennen,

daß es DEINE Schwäche ist,

die Dich aus der Fassung schleudert

weil Du so gefrustet bist.

Wenn der Frust Dich dann noch immer

fest im Griff behalten will,

such´ Dir halt ein neues Opfer,

eines, das sich opfert still.

 

 

^^^ ­

Anleitung zum Schwarzsehen;-)

Rechne immer mit dem Schlimmsten. Schwarz zu sehen ohne Grund

heißt für Dich, real zu bleiben. Halb verzweifelt tust Du´s kund.

Laß Dich dabei inspirieren von dem Pech auf Schritt und Tritt,

denn - was immer Du erfahren - nur das Schlechte nimmst Du mit.

Prophezei´ es auch den andern. Zieh´ Dich richtig daran hoch.

Schließlich willst Du Recht behalten, wenn Du fällst ins nächste Loch.

Mach´ die Optimisten madig und benenne sie naiv.

Dann begib Dich in Pressionen, volle Kanne depri-tief.

Und erwarte Mißerfolge, die Du lang vorhergeseh´n.

Mach´ Dir permanent Gedanken über das, was schief könnt´ geh´n.

Meistens kommt´s danach noch schiefer, als Du es erwartet hast.

Dann vergiß nicht zu beklagen, daß das Glück Dich stets verpaßt.

 

Wenn die Sonne Dich mal kitzelt, denk sofort an Regen nur.

Bleib´ den halbgeleerten Gläsern ganz verdächtig auf der Spur.

Winkt das Glück Dir aus der Ferne, zieh´ sofort den Schluß daraus,

Negatives wird ja folgen. Schließ´ Dich ein in Deinem Haus!

Wühle in den Niederlagen, die Du sauber angehäuft,

und erzähle Deinen Kindern, daß es anders niemals läuft.

Wenn Probleme ´mal nicht folgen, zwinge sie sofort herbei!

Red´ Dir ein, Du wirst versagen. Poche drauf und bleib´ dabei!

Übertrag´ die Mißerfolge auf Dein Denken und Dein Tun

und auf sämtliche Bereiche. Laß die Klagen gar nicht ruh´n!

Lerne niemals aus Erfahrung. Wenn´s Dir gut geht, such´ nach -> Schlecht.

Fühl´ Dich frei vom Pech verfolget; dann behälst Du immer Recht!

 

Und vor allem siehst Du Feinde, überall, wo keine sind.

Bleib´ für positive Dinge daher ganz gelassen blind.

Halt Dich fern von Optimisten, sie ent-täuschen Dich zu sehr.

Denn Du mußt sie dann beneiden. Mach´ es Dir nicht doppelt schwer!

Sondern eines nach dem andern. Gönn´ den Neid Dir bis zuletzt.

Mit den andern Kellerleichen hat sich Angst dazu gesetzt.

Dieser fühl´ Dich ausgeliefert. Schließlich sind die andern Schuld.

Denn sie meiden Deine Wege, daher hab´ mit Dir Geduld

und begib Dich hypochondrisch in die Hoffnungslosigkeit.

Dann bekommst Du oft Besuche und genügend Bei-im-Leid.

Chancen darfst Du niemals nutzen. Zieh´ Dir gleich das Unglück an.

Mach´ Dich unbeliebt bei allen. Denk ans Scheitern, nicht ans Kann!

 

Traue niemals einem andern, und Dir selber nicht die Spur.

Mal´ die Teufel an die Wände und verbitter´ dabei stur.

Nörgle über Ungerechtes, daß das Schicksal Dir beschert.

Mach´ Dir vor, Du wärest hilflos. Dann sind Zweifel bald genährt.

Und Du kannst in Ruhe spotten über jene, die das Glück

durch die heitere Gesinnung stets gewinnen mit dem Blick

für die Chancen, die sich bieten. Du behalte Deinen Gram!

Denn dann wirst Du oft bedauert. Lege jede Lösung lahm.

Danach bist Du vorbereitet für das Böse, das Dir blüht,

denn Du hast damit gerechnet, daß es Dich nach unten zieht.

Wózu Energie verschwenden, Schwung und auch Lebendigkeit.

Bei dem Pensum Deiner Klagen hast Du dáfür keine Zeit.

 

Sieh Dich einfach als Versager. Nimm es als gegeben hin!

Schließlich ist dem Pessimisten schwarzes Sehen Lebenssinn.

Deshalb stell´ Dich auch in Frage, Deine Fähigkeit und Wert.

Und erwart´ am besten gar nix. Damit liegst Du nie verkehrt.

Denn dann siehst Du die Ent-Täuschung, die Du vorher prophezeit,

selbstverständlich als die Folge, die das Schicksal hält bereit.

Daher fasse weder Wagen, Herd, noch and´re Sachen an.

Leg´ die Hände schoßgebunden, daß auch nichts passieren kann.

Gib Dich auf, verpaß´ Dein Leben. Schließlich hast Du´s eh gewußt,

daß Du´s - wie Du stets gepredigt - irgendwann verlieren mußt.

Und das Ruder Deines Lebens, gib es an Dein Karma ab.

Wenn der Kopf erst unter Wasser, tauchst Du halt den Rest zum Grab.

 

 

^^^ ­

Wie "man" den Takt los wird;-)

Siehst beim Nächsten Du ´ne Macke,

deck´ sie auf und mach´ ihn nackt.

Denn so bleibst Du stets der Erste

ohne Feingefühl und Takt.

Streng Dich an, ihn bloßzustellen.

Damit stellst Du selbst Dich bloß.

Zeig´ ihm mit dem nackten Finger,

was in Deiner Seele los,

die sich ihrer Macken schämet,

sie verbuddelt und versteckt.

Sie erscheinen Dir dann kleiner,

wenn Du and´re aufgedeckt.

Warum solltest Du auch schweigen?

Deck´ die Mängel auf mit Lust!

So bekennst Du voller Wonne

Minderwerte, Dauerfrust.

Wo der and´re sich vergeigte,

spiel´ die erste Geige Du!

Denk an Deine Fingerspitzen,

denn sie frieren taktlos zu.

 

Wózu Nächsten unterstützen,

daß er sich nicht schämen muß?

Tritt ihm lieber auf die Füße!

Damit zeigst Du Dein´ Verdruß!

Wenn zu weit Du bist gegangen,

kehrt der Spott zu Dir zurück.

Danach könntest Du Dich ärgern;

schließlich raubte ER Dein Glück,

weil Dein Herz Verstand verloren.

Drum bemerke jeden Tick.

Nimm dem Andern so die Würde.

Schließlich hast Du einen Blick

für Benehmen all der andern.

Dein Daneben schließe aus.

Grab´ in Deinem Herzen Grube,

fühl´ Dich sicher drin zuhaus´!

Lohnt sich doch nicht wegzuschauen,

wenn der Nächste Fehler macht.

Doch vergiß nicht, dran zu denken,

wenn Du selber ausgelacht,

Deine Uhren aufzuziehen,

denn sonst kommst Du aus dem Takt.

Wenn die letzte Stund´ geschlagen,

weint die Seele taktlos nackt.

 

 

^^^ ­

Wie "man" sich richtig blamiert;-)

Zeigt Dir jemand Deinen Spiegel

dann verliere alle Zügel.

Denn er zeigt Dir ohne Schämen

wo Dich Deine Laster lähmen.

Trifft er dann die wunden Stellen,

mußt Du um so lauter bellen.

Schließlich soll er ja kapieren,

Du genießt, Dich zu blamieren.

Um ihn darin zu bestärken,

solltest Du Dir eines merken:

Reg´ Dich auf, und zwar so richtig.

Nimm Dich dábei überwichtig.

Echauffier´ Dich ohne Ende.

Schlage Füße und die Hände,

künstlich über´m Kopp zusammen,

um den andern zu verdammen.

Schließlich ist Dein Nerv getroffen.

Er beschämte Dich im Hoffen,

daß Du plötzlich, ohne Warnen,

outest Dich im Selbst-Ent-Tarnen.

Hiernach sollst Du - wie im Banne -

Ärger zeigen - volle Kanne.

Dabei mußt Du übertreiben

ganz gekränkt den Spiegel reiben.

Schließlich soll er Recht behalten.

Deine Stirne leg´ in Falten.

Tritt sogleich ins nächste Näpfchen,

und dann gehe hoch wie Zäpfchen.

Denn je peinlicher Du strampelst,

dábei noch so richtig hampelst,

um so besser kommst Du rüber,

bei der Menge Gegenüber.

Um das Ganze abzurunden,

mußt Du Deinen Neid bekunden.

Hierbei darfst Du niemals schwächeln.

Je gequälter scheint Dein Lächeln,

um so klarer wirst Du zeigen,

- schließlich willst Du´s nicht vergeigen -

daß - je echter Deine Rage -

desto größer die Blamage.

Um authentisch zu erscheinen,

nenne And´re „die Gemeinen“.

Schließlich zeigten sie den Spiegel

darauf gibst Du Brief und Siegel.

Um Dich glaubhaft zu blamieren,

mußt Du Masken demontieren.

Denn die wirklich tollen Patschen

lieben es, sich abzuwatschen.

 

 

^^^ ­

Wie "man" sich GERN belehren läßt;-)

.

Will Dich jemand gern belehren,

darfst Du niemals Dich beschweren,

denn er will ja nur Dein Bestes.

Daher nimm es hin und läßt es

Dir zum Fingerheber reichen,

ohne diesem auszuweichen.

Besser weiß er´s meistens immer,

Dir hingegen fehlt der Schimmer.

Also leugne stets Dein Wollen

und gehorche seinem Sollen.

Ordne brav Dich diesem unter.

Danach wird der and´re munter,

denn er tut dasselbe ständig,

freut sich darum auf-wie-wendig,

daß erneut er Recht behalten,

um das Unrecht zu verwalten.

 

Mach´ Dich frei von Deinem Meinen!

Übernimm am besten seinen

Standpunkt. Damit liegst Du richtig.

Deine Meinung halte nichtig.

Folge immer seinem Munde,

seinen Regeln und bekunde,

daß Du gern Dich läßt belehren,

ohne jemals Dich zu wehren.

 

Willst Du, daß Dich alle lieben,

mußt Du endlich buckeln üben.

Gut-gemein-tem stets genügen

der Belehrung gern Dich fügen!

Denn mit dieser Taktik eben

machst Du es Dir leicht im Leben.

Wenn sie später sich belachen,

such´ beim Lachen mitzumachen.

Tanze stets nach ihrer Pfeife,

zeugt es doch von blonder Reife.

 

Wozu willst Du Dich auch achten

und mit Würde Dich befrachten?!

Fange an, Dich zu bedauern,

denn es hat ´was, das Versauern,

und die andern sind zufrieden,

weil Du folgsam Dich beschieden,

jeden Widerspruch zu meiden.

Danke noch für all die Leiden!

Was Dir selbst ist Recht und richtig,

halte niemals je für wichtig.

Suche andern zu gefallen.

Zeige bloß nicht Deine Krallen,

sondern krieche vor Behagen,

Dir die Meinung zu versagen.

 

Abzuhängen von den andern,

nennt sich fremdbestimmtes Wandern.

Hierbei schleimst Du Dich nach oben,

und „man“ wird Dich sicher loben.

Drum hau´ rein und gib Dein Bestes

und gehorche, denn sonst streßt es.

Fußabtreter sind ja selten,

denn sie wollen gar nix gelten.

.

^^^ ­

Anleitung zum Wutablassen;-)

Sowas tut „man“ einfach nicht! Laß Dir Unrecht niemals bieten!

Hau´ so richtig auf den Putz! Fang´ mit Worten an zu wüten!

Niemand hat das Recht dazu, Dich so heftig anzugreifen!

Bist im Wertgefühl verletzt! Deshalb heb´ jetzt an zu keifen!

Denn Du hältst nicht viel von Dir. Ließest Du Dich sonst verletzen?

Such´ Dir Beistand für den Fall. DER soll Deinen Part ersetzen.

Vorher reg´ Dich richtig auf! Steige auf die Barrikaden!

Schließlich nimmst Du DICH nicht an. Also mußt Du andern schaden.

Da Du lieber anders wärst, magst Du Dich so gar nicht leiden.

Willst so gerne drüber stehn, ohne and´re zu beneiden.

Willst so gern gelassen sein, wenn der and´re Dich bedrängte.

Doch Du bist ja selbst Dein Feind, der sich in die Ecke zwängte.

 

Drum erheb´ den Anspruch gleich, daß „man“ Dich gerecht behandelt!

Bleibe Du nur ungerecht, wenn Dein Ärger sich nicht wandelt.

Steiger´ Dich so richtig rein! Poche drauf, die Welt zu ändern!

Ändern brauchst Du Dich ja nicht. Wälze Dich in Wut-Gewändern!

Laß dem Ärger freien Lauf! Dadurch zeigst Du Dich getroffen!

Und der And´re darf sogleich auf den nächsten Freibrief hoffen.

Denn Du zeigst ihm, WIE genau seine Worte Dich verletzen.

Sei so frei, den wunden Punkt aus-und-drücklich zu verpetzen!

Gegners Schwächen trägst Du mit, denn Du ärgerst Dich für Zweie.

Bloß: Wer leidet, das bist Du. Er sitzt in der ersten Reihe,

wartet auf den nächsten Spruch, den Du nutzt, ihn schlecht zu machen.

Denn Du forderst ihn ja ´raus, über Deine Wut zu lachen.

Tröste Dich, er greift Dich an, denn Du hast ihm Schuld gegeben.

Schimpfe nun ins Blaue ´rein! Unfair ist das ganze Leben!

 

Und wenn´s wieder ´mal nicht läuft, wie Du´s meistens lieber hättest,

hole die Prinzipien raus, die mit Sitten Du verkettest.

Denn so geht es wirklich nicht! Flixtnochmal, wo bleibt die Ehre!

Rutscht die Hand Dir extra aus, daß der Kerl sich nicht beschwere!

Schließlich war er fies, gemein! Und Du hast das Recht zur Rache!

Denn Du willst verstanden sein, daß er nicht mehr AN Dich mache;-)

Also fang´ zu zittern an, und in Schwitzen auszubrechen!

Wirf die Tassen durch den Raum, wenn Dir übel wird vor Brechen!

Wenn Dein Herz so richtig rast, fülle auch die Nacht mit Grübeln!

Denke ständig drüber nach, wie Du länger kannst verübeln!

Spanne jede Zelle an, um Dich bloß nicht abzulenken!

Laß den Ärger nur nicht los! Denn Du willst Dich wieder kränken!

 

Eine Lösung brauchst Du nicht. Änd´re nurmehr die Probleme!

Daß „man“ Dir kein zweites Mal Deine Phari-Masken nehme!

Was der and´re meint und will, brauchst Du nicht zu hinterfragen!

Ford´re, was der and´re muß! Halte fest an Deinen Klagen!

Du entscheidest Dich ja selbst, Dich am Feuer zu verbrennen!

Also mußt Du mit dem Kopp gegen alle Wände rennen!

Angeknackstes Wertgefühl lehnst Du ab, im Kern zu stärken.

Du vertraust Dir ja nicht selbst. Und Du WILLST das auch nicht merken!..

 

 

^^^ ­

Wie "man" sich allem Neuen am sichersten verschließt;-)

Halt´ Dich bloß von allem Neuen, allem Unbekannten fern!

Fremdes darfst Du nie probieren, mußt Dich gleich dagegen wehr´n!

Bleibe auf gewohnten Bahnen, suhle Dich im Alltagssumpf.

Und verschließe Deine Türen mit dem Nummer-Sicher-Trumpf.

Wenn sich irgendwas verändert: Schrecke auf und hol´ die Angst.

daß sie Dir Gesellschaft leistet, daß Du nicht alleine bangst;-)

Wenn Dir eine Chance begegnet, keine Frage: Schlag´ sie aus!

Trete voller Überzeugung alte Mühlen stets zuhaus´.

Denn Du könntest ja versagen. Auszubrechen heißt Gefahr.

Bleibe lieber hinter Gittern, wo´s doch viel bequemer war.

Höre dabei stets auf and´re, passe Dich dem Strome an.

Langeweile ist Dir sicher. Ziehe sie Dir förmlich an,

um Routine festzuhalten und zu tun, was Masse will.

Richte Dich nach allen Regeln, die erwartet werden, still.

Risiko- und Spaßexperten lasse niemals Gäste sein.

Denn Du willst Dich nicht begeistern. Also bleibe auch allein!

 

Suche KEIN erfülltes Leben. Schließlich bist Du voll genug

von der altbekannten Leere. Sammle Scherben in den Krug,

den Du schlepptest zu dem Brunnen jener Knast-Bequemlichkeit.

Daran kannst Du Dich begeistern, wenn der Geist nach Schlüssel schreit,

um die rost-verletzten Türen aufzusperren für ein Licht.

Wage bloß nicht, Herz zu öffnen, sondern halt´ die Klappen dicht,

die sich scheuen bis ins Alter, zuzulernen, was sich lohnt.

Wózu jetzt noch schwimmen lernen, wenn das Wasser bei Dir wohnt,

jenes trübe Tümpelwasser, das zum Halse Dir schon steht,

daß der Sinn nach neuen Ufern Dir beim Tauchen schon vergeht.

Qualität kann jeder haben, laß die Finger von dem Zeug.

Leben ist ja abgelaufen. Denk´, es ist zu spät und beug´

Deine trägen, feigen Glieder langsam, sicher, seicht bergab.

Brauchst Dich dann nicht mehr zu bücken, sondern gleitest sanft ins Grab;-)

 

 

^^^ ­

Verschätzt

Heute, meint er, laß ich mich nicht kränken!

Unverschämten Leuten weich´ ich aus!

Die Beachtung werd´ ich nicht verschenken!

Ende, Schluß und Aus!

Während er den Vorsatz fester faßte,

kam der Nachbar schlecht gelaunt daher

ohne Gruß. Wie sehr er solches haßte!

Und es kränkt´ ihn schwer.

 

 

Morgen, meint er, laß ich mich nicht kränken!

Wenn der Nachbar kommt, dann grüß´ ich nicht!

Die Beachtung werd´ ich ihm nicht schenken,

daß er merkt, wie´s sticht!

Doch der Nachbar grüßte diesmal freundlich.

Und sein Lächeln kränkte ihn noch mehr,

denn sein Vorsatz rächte sich nun feindlich

an ihm selber. - Eine Lehr´?

 

 

^^^ ­

Scham los

Zachy schämt´ sich ohnegleichen,

denn sein Chef, er führt´ ihn vor.

Die Kollegen grinsten hämisch,

lachten spottend laut im Chor.

Eingeknickt und arbeitsmüde

floh der Mann in Urlaub nun,

sich vom Unrecht zu erholen,

das ihm and´re manchmal tun.

Dabei ließ er Scham zuhause,

wie die Badehose auch.

Ist so üblich bei den Nackie-

Stränden, ganz normaler Brauch.

Ohne Peinliches zu denken,

schoß er Fotos von dem Strand.

Dabei sprang ihm vor die Linse

ein Gesicht, das wohl bekannt.

Wäre es nur DAS gewesen,

kriegte er sich wieder ein,

doch es war der Chef persönlich,

konnte nackiger nicht sein.

Schreck erfaßte seine Glieder -

die des Cheffes, wohlgemerkt. -

Scham und Blöße SO zu knipsen,

hat den Zachy schwer bestärkt,

denn er kehrte selbstbewußter

aus dem Urlaub bald zurück.

Ließ sich nicht nochmál beschämen,

kannte doch das beste Stück

seines Chefs und manches and´re,

das ihm ganz gelegen kam.

Wer nichts Böses hat begangen,

braucht zu fühlen keine Scham.

 

 

 

^^^ ­

Sitz´!

Nun HAT er ´mal ´nen Geistesblitz:

und sagt sich stolz: Nun sitz, Notiz!

Der Blitz bleibt stur im Geiste sitzen;

er will nix wissen von Notizen.

„Ich harre hier, und du kapier´:

mein Einschlag nutzt nix auf Papier!

Ich schlug ja ein in deinem Geist.

Und wenn derselbe sich erdreist´,

den Blitz nicht blitzschnell umzuleiten,

um Tat zu werden ohne Streiten,

was soll er dann auf einem Blatt?

Wo fände dann Verwandlung statt?

Er muß vom Kopf durchs Herze geh´n,

damit die Nächsten ihn versteh´n.

Ansonsten schlägt er ja nicht ein

und findet nie der Weisen Stein.

Ein Stein im Brett genügt ihm nicht.

So führt er nur sich hinter´s Licht.

Ins Herz der Andern muß er geh´n,

sonst bleibt er als Notiz nur steh´n.

 

 

^^^ ­