Nackte Mauern
Fest verschlossen sind die Brücken
zu den Burgen, deren Mauern
Scheinbarkeiten längst betrauern.
Schmeicheleien, die bedrücken,
möglichst höfisch aufzutreten,
Sicherheiten zu bewahren
vor vermeintlichen Gefahren,
um sich selber anzubeten.
Draußen frieren vor den Mauern
all die kleinen, unscheinbaren
schuldbeladen-schwachen Scharen.
Sind sie wirklich zu bedauern?
Ausgeschlossen, Hilfe suchend,
Minderheiten nur am Rande,
in verachtetem Gewande,
eitelkeitenburgverfluchend
vor den Goldgefängnistoren
derer, die sich eingeschlossen,
sich bewaffnen mit Geschossen
gegen Feinde - auserkoren,
die als Freunde könnten gelten,
ließen sie die Masken fahren,
Würde, Achtung zu bewahren.
- Nackte nur in beiden Welten. -
Lebensblues
Er verlernte sich zu freuen, zu begeistern und zu singen,
kleine Dinge zu bestaunen. Phari´s Lied, es tat verklingen,
weil er seine Kinder mahnte, nicht zu spielen, noch zu lachen,
Purzelbäume nicht zu schlagen, keinen Unsinn je zu machen.
Doch die Kinder innen stritten, denn sie wollten gerne spielen.
Und so mußten sie beneiden und nach andern Kindern schielen.
die zusammen, ohne Neiden, konnten sich gemeinsam freuen,
die beim Geben und beim Nehmen nicht ein Lächeln je bereuen.
Einsam blieben Phari´s Blicke auf dem trauten Reigen liegen.
Und er schaute zu den Kindern, doch er wollte sich betrügen
um Lebendigkeiten, Farben, frohes Lachen, buntes Fühlen.
Deshalb warf er seine Steine auf der Kinderfreude Spielen,
auf die Bilder, die sie malten, auf die Verse, die erklingen,
auf die Tränen, die sie teilten, auf die Lieder, die sie singen,
auf den Glauben, auf das Hoffen, auf die Liebe und die Gaben,
die er selber einmal hatte, doch er wollte sie begraben
unter seinen Dunkelheiten, schmählichen Verbitterungen.
Und die Lieder seines Herzens sind im Leben schon verklungen.
Bleibt den Kindern solcher Pharis nur zu wünschen, daß sie meiden,
was die steinewerfend´ Eltern bis zum Grabe WOLLEN leiden.
Tango












