gezeichnet

 

Ich zeichne Dir ein Streicheln auf die Wangen.

Der Abschied naht. Die Weide schweigt ihr Leid

hinaus ins Winterbild. - Es reift die Zeit.

Erinnerungen streifen eisumfangen

 

Fassadenpforten, Einlaß zu erlangen. -

Noch lächelt mir Dein Mund, zum Kuß bereit,

wie einst. - Ein Duft von Sommerseligkeit

verbleibt, umschmeichelt, was uns ruft "Vergangen!"

 

Oft winkt mir sanft ein Sehnen ins Erwachen

aus Traumgebilden, fern der Wirklichkeit,

als könne Nähe Tode überwinden,

 

als tönte mir Dein unbeschwertes Lachen

ins Herz hinein, darin es Tränen schneit,

in Traurigkeit den Kranz aus Dank zu binden...

 

^^^ ­

ausgedauert - Sestina

 

Ein Stillesein umstreichelt starre Leeren,

im Ausgebrannten Kräfte zu beleben,

Erschöpftem eine Ruhe zu bescheren,

als dürfte sich ein Warten matt ergeben

und müßte nicht mit Lautem sich beschweren. -

Den Einsamblick im Ringen zu erheben,

 

die Seele einmal nur empor zu heben

hinein zu trinken Fülle, wenn die leeren
Versprechen stumpfes Handeln nur erschweren,

bewußt den Durst der Wüste zu durchleben,

als könnte schon der Wunsch ein Glück bescheren

im einfach In-die-Stille-sich-Ergeben.

 

Es ist, als müßte „etwas“ blind-ergeben

sich anvertrauend beugen im Erheben

der Hände, die sich zage öffnend leeren,

erglaubend, sie mit Hoffen zu beleben,

wenn auch die Zweifellasten sichtbeschweren

und lähmend Nebel noch im Schlaf bescheren.

 

Was wäre DIR in Nächten Lichtbescheren,

im Harren, Dich dem Schicksal zu ergeben?

Und wenn im Finstern Ängste Dich beschweren,

wer könnte DEINE Blicke schutzerheben,

als dies Gestreicheltwerden durch die Leeren

begegnend gegenwärtig zu beleben.

 

Im Ein-Gemachten kann sich aus Er-leben

von Wandel ein Er-Füllendes bescheren,

als wenn Gelassenheiten sich ergeben,

um Raum zu schaffen zwischen bangen Leeren.

Gewartet-Werden kann der Last entheben,

von selbsternanntem Bürdenlos entschweren.

 

Ich lasse leicht die Stille mich beschweren,

im Schweigen ein Geheimnis zu erleben,

als könnte mir der Glaube Mut bescheren,

in Zuversicht den Blick empor zu heben. -

In dieses Warten will ich mich ergeben,

um auszufüllen jene stummen Leeren.

 

Im Stillen tiefste Leeren zu beleben,

als könnten sie - ergeben - Raum bescheren,

erlaubt im Schweren das Gemüt zu heben.

.

^^^ ­

Sonett 14/51

 

Der Ast, an dem der Ehrbegierde Klammern

beim Klettern in die Höhe tief sich neiget

zu beugen, was der Ehre Geiz bezeuget,

im Sich-Verlieren rühmend zu bejammern

 

die Einsamkeit in suchtgefüllten Kammern,

wo unerbittlich-rastlos sich verzweiget,

was - nicht vertraut - die leere Macht verschweiget,

um fester an dem dürren Ast zu klammern,

 

der langsam sich im reuevollen Ringen,

am Selbstbetrügen scheingewahrt zerbrechend,

von schattenreicher Eitelkeit betrunken,

 

er wird verdorren, ohne Frucht zu bringen,

Gefallen außen suchen, selbst sich schwächend,

ergierend, was ihm leblos zugewunken.

 

^^^ ­