gezeichnet
Ich zeichne Dir ein Streicheln auf die Wangen.
Der Abschied naht. Die Weide schweigt ihr Leid
hinaus ins Winterbild. - Es reift die Zeit.
Erinnerungen streifen eisumfangen
Fassadenpforten, Einlaß zu erlangen. -
Noch lächelt mir Dein Mund, zum Kuß bereit,
wie einst. - Ein Duft von Sommerseligkeit
verbleibt, umschmeichelt, was uns ruft "Vergangen!"
Oft winkt mir sanft ein Sehnen ins Erwachen
aus Traumgebilden, fern der Wirklichkeit,
als könne Nähe Tode überwinden,
als tönte mir Dein unbeschwertes Lachen
ins Herz hinein, darin es Tränen schneit,
in Traurigkeit den Kranz aus Dank zu binden...
ausgedauert - Sestina
Ein Stillesein umstreichelt starre Leeren,
im Ausgebrannten Kräfte zu beleben,
Erschöpftem eine Ruhe zu bescheren,
als dürfte sich ein Warten matt ergeben
und müßte nicht mit Lautem sich beschweren. -
Den Einsamblick im Ringen zu erheben,
die Seele einmal nur empor zu heben
hinein zu trinken Fülle, wenn die leeren
Versprechen stumpfes Handeln nur erschweren,
bewußt den Durst der Wüste zu durchleben,
als könnte schon der Wunsch ein Glück bescheren
im einfach In-die-Stille-sich-Ergeben.
Es ist, als müßte „etwas“ blind-ergeben
sich anvertrauend beugen im Erheben
der Hände, die sich zage öffnend leeren,
erglaubend, sie mit Hoffen zu beleben,
wenn auch die Zweifellasten sichtbeschweren
und lähmend Nebel noch im Schlaf bescheren.
Was wäre DIR in Nächten Lichtbescheren,
im Harren, Dich dem Schicksal zu ergeben?
Und wenn im Finstern Ängste Dich beschweren,
wer könnte DEINE Blicke schutzerheben,
als dies Gestreicheltwerden durch die Leeren
begegnend gegenwärtig zu beleben.
Im Ein-Gemachten kann sich aus Er-leben
von Wandel ein Er-Füllendes bescheren,
als wenn Gelassenheiten sich ergeben,
um Raum zu schaffen zwischen bangen Leeren.
Gewartet-Werden kann der Last entheben,
von selbsternanntem Bürdenlos entschweren.
Ich lasse leicht die Stille mich beschweren,
im Schweigen ein Geheimnis zu erleben,
als könnte mir der Glaube Mut bescheren,
in Zuversicht den Blick empor zu heben. -
In dieses Warten will ich mich ergeben,
um auszufüllen jene stummen Leeren.
Im Stillen tiefste Leeren zu beleben,
als könnten sie - ergeben - Raum bescheren,
erlaubt im Schweren das Gemüt zu heben.
.
Sonett 14/51
Der Ast, an dem der Ehrbegierde Klammern
beim Klettern in die Höhe tief sich neiget
zu beugen, was der Ehre Geiz bezeuget,
im Sich-Verlieren rühmend zu bejammern
die Einsamkeit in suchtgefüllten Kammern,
wo unerbittlich-rastlos sich verzweiget,
was - nicht vertraut - die leere Macht verschweiget,
um fester an dem dürren Ast zu klammern,
der langsam sich im reuevollen Ringen,
am Selbstbetrügen scheingewahrt zerbrechend,
von schattenreicher Eitelkeit betrunken,
er wird verdorren, ohne Frucht zu bringen,
Gefallen außen suchen, selbst sich schwächend,
ergierend, was ihm leblos zugewunken.
Tango













