entzweit

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Ein Atmen stirbt; es scheidet durch die Stille

als Stich ins Nichts - der Einsamkeit geweiht.

Ein Bild aus „Du“ entprägt sich der Pupille,

als ob ein „Bleib!“ aus Leibeskräften schreit.

Verzweifelt beugt dem Los sich leer der Wille.

Verbundenheit - allein, in sich entzweit.

 

Ein Hauch verweilt, erinnert im Verschmerzen

den Puls, der schlug durchs Band vereinter Herzen.

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Höhlenruf

 

"Horch, die Mutter ruft zur Nacht-

ruhe! - Laß mich laufen!

Hab ihr Kummer oft gemacht.

Will ihr Blumen kaufen!"

 

Aus den Augenhöhlen fällt

Angst, Gefühlsentgreisen.

"Halt mich fester!" Kinderwelt-

schmerz beginnt zu kreisen.

 

Neunzig Kerzen, wachsverwaist,

flackern ins Verwirren.

Letztes Hoffnungsband zerreißt.

Sargesketten klirren.

 

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galgenstrickgebunden

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Ein Flehen will zum Hilferuf sich kämpfend klagen,

als müßte zähe Angst Gewalt um Beistand fragen,

Erwidern als ein Recht herbei zu zwingen.

Verzweifelt sucht die Wut ins Fordern umzuschlagen,

den eig´nen Willen drängend zu erringen,

 

umklammernd, gegen feiges Harren Krieg zu führen,

anstatt zu warten bis sich helfend Hände rühren,

die Zeit zu strafen im Sich-selbst-Verlieren,

entgegen all den ausgepreßten Scherbenschwüren

Erbarmen skrupellos zu isolieren.

 

Erwartet solches Manipulationsgebaren

im Falle eigenen Verschuldens bei Gefahren

tatsächlich, allen Ernstes, Mitempfinden,

um dann beim Judaskuß den heilen Schein zu wahren,

im Voraus schon den Galgenstrick zu binden?

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