Plumps
Nun zog er seit Jahren die Federn lang
und rupfte so manche sich aus.
„Ich will nämlich nicht mehr geduldig sein!
Die andern sind längst aus dem Haus.“
Verlangte dasselbe für sich. Sofort!
Doch fehlten die Mittel zum Flug.
So fraß er sich voller und dachte sich:
„Ich futter´, dann komm´ ich zum Zug.“
Die Folge: Der Hunger, er wuchs zur Sucht.
Er wurde die Pfunde nicht los.
So plumpste und pechelt´ er aus dem Nest
und wurde nur fetter statt groß.
Verlieh seiner Trägheit die Flügel bald.
Vom Fliegen so gar keine Spur.
Im Grunde verbarg er durch Ungeduld,
die Ängste vorm Fliegen ja nur.
Zwar hat er es immer herbeigesehnt,
doch schob er´s durch Ziehen nur weg.
Er suchte den Kick und bedrängt´ das Glück
und landete wieder im Dreck.
Geduldig zu warten, es lag ihm nicht.
Die Federn, sie fehlten ihm noch.
Verbaute sich dabei die Möglichkeit,
und fraß sich ins Unglück mit Joch.
Sein Scheitern war einzig die Ungeduld.
So blieb er am Ende im Nest
und träumte vom Fliegen im Höhenflug.
Die Einsamkeit gab ihm den Rest.
Er plumpste von einer zur nächsten Wut
und flog ins verheißene Leid.
Die Jahre verflogen, er wurde alt
mit Furchen statt Federn am Kleid.
