Rollenwechsel

Was Du einst erleiden mußtest, fügst Du heute andern zu.

Willst Dich an dem Täter rächen und benutzt des Täter´s Schuh,

um an andern auszulassen, was Dir selber widerfuhr.

Wahllos suchst Du Dir die Opfer. Destruktive Rache-Spur,

die gewaltbereit und hilflos Aggressionen nicht bezwingt,

was Dir durch die Folgen, Schäden tiefer ins Bewußtsein dringt,

was die Menschen, die Dich kennen, Dir bezeugen, immerzu.

Doch Du willst es gar nicht hören. Deine Seele - ohne Ruh´

schadet dábei sich am meisten. Denn Du lädst Dir Schulden auf.

Dein bewußtes Tun zu schüren, nimmst Du Blößen gern in Kauf.

Teilst Dich auf in manche Masken, die sich selbst als wach verstehn.

Daß Dich „Helfer“ längst verrieten, willst Du dabei gar nicht sehn.

Und am Ende kehrt der Schaden, den Du zufügst, bald zurück,

macht Dich nur noch aggressiver; Du verhinderst so Dein Glück.

Richtest die Gewalt nach innen, wo sie langsam Dich zerstört,

Dein sadistisches Verhalten - zielverfehlt und ungehört -

hältst Du so in Dir gefangen. Rollenwechsel - fast perfekt,

bis die Border überschritten, impulsiv und aufgedeckt.

 

Hast Du jemals in die Opfer Deiner Wahl Dich reinversetzt?

Willst Du, daß sie DAS erleiden, worin Du so sehr verletzt?

Deine Wunde kann nicht heilen, wo Du andern Wunden schlägst.

Warum läßt Du and´re büßen für die Qual, die Du erträgst?

Deine inneren Konflikte reagierst Du außen ab.

Wiederholst das einst Erlebte, nimmst es SO zuletzt ins Grab.

Niemand, dem Du grundlos schadest, trägt die Schuld für Dein Geschick.

Jede destruktive Regung kehrt allein zu Dir zurück.

 

 

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Einer schaut zu...

und nicht nur ER...

 

 Du läßt Dich kaufen für die Tat,

mit der Du Dich allein zum Opfer machtest.

Dein Amoklauf der Seele schreit

nach Hilfe, die Du dámit auch entmachtest.

 

Wozu die Schmach, so selbstgehaßt,

Dein letztes bißchen Würde zu zerstören?

Was hat Dir an Dir nicht gepaßt,

Dich gar so laut-gedunsen zu empören?

 

Du stellst zur Schau Dein Seelenbild,

so häßlich Du es selbst bewußt erschaffen,

und merkst nicht mal, wie mitleidvoll

die andern Deine Masken-Show begaffen!

 

Man warf Dich ´raus, als einen Gast.

Ein neues Haus ward schnell von Dir gefunden.

Du fandest feige bald heraus,

mit wem sich Deine Hetze fühlt verbunden.

 

Und so wie einst, in jenem Haus,

wo Du als Gast Dir wahllos Opfer suchtest,

genau so tust Du es bis heut´,

und nur, weil Du Dich selbst dazu verfluchtest.

 

Wo willst Du hin mit Deiner Angst,

daraus entspringt Dein haßerfülltes Trachten?

Du quälst und folterst Dich nur selbst.

Sein Wort, es läßt sich nicht von Dir entmachten !

 

Nun sitzt Du in der ersten Reih´.

Es ist der Vorhof - still - zu dem Verderben

Und and´re reißt Du mit hinab.

Sie ließen gerne sich von Dir umwerben.

 

Bekleidet nackt im Selbstmitleid,

zurecht geschminkt-verweste Kellerleichen.

Erstarrt verhöhnen sie ihr Werk,

um sich vereint zerstört die Hand zu reichen.

 

Doch EINER schaut dem Ganzen zu.

- Sie mögen langsam mahlen, SEINE Mühlen. -

Ich wünsche Dir, ER segne Dich!

Und ließ Dich dann der Strafe Hand nicht fühlen.

 

 

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