trugentleh/e/rt

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Dem Truggelehrten gleich / besudelst Du den Glauben,

indem Du Masken trägst, / der Finsternis geweiht;

gewandt in Schrift und Wort, / zu Taten nicht bereit,

als könnte Hybris nicht / der Seele Dich berauben.

 

Du denkst, Du bist im Recht / und drehst bewußt die Schrauben

ins Boot zur Höllenfahrt. / Im Innersten entzweit.

Noch grinst Du gierig grell, / bevor die Furcht sich schreit

zum Himmel; geiergleich/ gefressen von den Tauben,

 

die grausam Du erstachst. / - Wie leuchtet doch der Schein

im Kerkerloch der Macht! / Im Durst ertrinkst Du bald.

Von Liebe sprichst Du, Narr?! / Und trägst den Tod im Blick!

 

Die Wahrheit macht Dir Angst. / Sie bleibt Dir Stolperstein.

Zerstören wirst Du nie / die Liebe durch Gewalt.

Die Lüge bricht zuletzt / dem Heuchler das Genick.

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unbezahlte Rechnung

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Hausbesitzern, deren Gäste

lauter Lebenslügen sind,

fällt es meistens schwer zu sterben.

Nachbarn schlugen oft sie Scherben;

selbst verletzten sie sich blind

unter ihrer weißen Weste.

 

Heißt es dann von hinnen ziehen,

bröckeln blendende Fassaden.

Scannern gleichen die Gedanken.

Nacktes will sich noch umranken,

bloß und feigen-blattbeladen,

Rechenschaften zu entfliehen.

 

Aufgedeckt von Innenblicken

dann, beginnt das große Bangen

um Entlarven, im Enthüllen

stummen Ängste an zu brüllen,

Eitelkeiten einzuknicken. -

Flucht ins bettelnde Verlangen

 

nach Erlösung von den Qualen

im zuletzt Erkennen-Müssen. -

Auf des Schwertes scharfer Schneide

reißt der Faden Lebensseide. -

Galgenbaumelndes Gewissen

will die Rechnung nicht bezahlen...

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Sonett 5/48

 

Entwertet sucht er Beistand zu erschweigen,

der Masse Schweigen stummer vorzufinden,

im Gold ertrunken, Ignoranz zu künden,

ein blindes Mit-Dem-Finger-Auf-Ihn-Zeigen,

 

auf fremde Not, ein Unrecht tot-zu-schweigen,

den Schein von „schuldlos“ feige umzubinden.

Und will das Lamm dann trotzdem nicht verschwinden,

so soll es stille-haltend dem sich beugen.

 

Verlogen schweigt die Wahrheit sich zur Lüge,

im Wissen, ein Verbrechen zu verdrängen.

Verfolgung mit Gewalt ins Leugnen zwingen,

 

damit sich alles unterm Teppich füge,

um dann die Friedensfahne rauszuhängen

und weiter „schuldlos“ feige umzubringen.

 

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Unbequem?

Klare Worte werden heutzutage

oft als unbequemer Tritt geseh´n.

Heucheln stellt „man“ meistens nicht in Frage,

blendet sich das Leben lieber schön.

 

Und verschließt sich so den Wirklichkeiten

- vorgetäuschte, träge Sicherheit. -

„Unverschämt! Das darf „man“ gar nicht sagen!“

hört „man“ dann, sobald „man“ gern bereit,

 

sich dem wahren Wort nicht nur zu öffnen,

sondern sich der Offenheit verschreibt,

um die Karten auf den Tisch zu legen,

wo Bequemlichkeit im Trüben bleibt.

 

 

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Argwohn´s Kleider

Wer mit Vorsatz falsch verdächtigt, zieht des Argwohns Kleider an.

Solche Absicht hilft beim Buddeln eig´ner Gruben, die sodann

als Versteck für Ängste dienen; sie mißtrauen immerzu,

sehen überall nur Feinde, kommen niemals je zur Ruh´,

weil sie selbst verdächtig werden dessen, was sie unterstellt.

Fühlen sich als stets Verfolgte; sie verfolgen ja die Welt

aller derer, die sie fürchten, weil sie Masken aufgedeckt,

aller derer, die beneidet. Mancher Plan wird ausgeheckt,

um Gespenster, die erfunden, zu bekämpfen - wahnbesetzt.

Auch wenn Feinde nicht vorhanden fühlt das Ego sich verletzt,

denn es kann sich selbst nicht trauen, tut es doch gerade das,

was es andern unterstellte. Eig´ne Schuld gerät in Haß,

projiziert die eig´nen Taten auf die Nächsten, auch den Freund,

weil das Selbstvertrauen mangelt und das Echo laut verneint.

Immer auf sich selbst bezogen kann Reales nicht mehr sehn.

Muß sich deshalb überheben, will die Welt ja nicht verstehn.

Findet überall Verschwören; selbst die Wahrheit wird zum Feind,

weil sie die Beweise liefert und die Fakten klar vereint.

Solcher Argwohn deckt am Ende eig´ne Hinterhalte auf.

Wer mit Vorsatz falsch verdächtigt, fällt zuletzt beim Lügenlauf.

 

„Verdacht wohnt stets im schuldigen Gemüt;
Der Dieb scheut jeden Busch als einen Häscher!“ - W. Shakespeare

 

 

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Opfer und Täter zugleich

Wenn Du einmal erst gelogen - kurz, so ist der Dinge Lauf -

wird Dir - was Du auch erzählest - nix mehr einfach abgekauft,

falls Dir überhaupt noch irgend jemand arglos Glauben schenkt,

weil er Deiner ersten Lüge stets im Hinterkopf gedenkt.

Und dann kannst Du noch so heulen, zähneklappern obendrein,

inszenieren, was das Zeug hält, Deine Lüge bleibt DEIN Stein,

der Dir sisyphusgeladen stets erneut entgegen rollt,

DIR erweist die Lüge Schaden, den Du anderen gezollt.

Lamentieren oder schreien hilft da gar nix, bleibt Dir Hohn.

Und je mehr Du Dich zum Opfer machst, die Lüge ist Dein Lohn.

Ganz egal, auf wen auch immer Du Verschulden dafür schiebst,

auf den Oheim, der mißbrauchte, oder Schuld dem Wetter gibst,

auf die Tante, die Dich wegen Deiner Lüge abgewatscht,

oder auf den Kameraden, der Dir auf den Fuß gelatscht,

Nichts von allem, wird man Dir und Deinen Worten wieder trau´n,

ohne mit Bedacht sich ALLE Hintergründe anzuschau´n.

 

Deshalb halte Dich von jener aller ersten Lüge fern,

denn sie haben kurze Beine. Kann beim Weiterstolpern stör´n;-)

Eines solltest Du bedenken: Stell´ Dich nie als Opfer dar!

Denn DU bist der Lüge Täter, das ist Dir und andern klar!

Denn indem Du obendrein Dir unbeteiligt´ Opfer suchst,

Deine Lebenslüg´ bestätigst, die erst Dich, dann Du verfluchst!

 

 

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