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Nur ein Bindestrich

Er wird fertig mit sich selbst, davon ist er überzeugt.

Hat´ sich zweifellos im Griff, keinem Lebenssturm gebeugt.

Daß er einmal straucheln könnt´, zog er niemals in Betracht.

Überschätzte sich bewußt durch vermeß´ne Eigenmacht.

Glaubte seiner Stärke nur, traut´ sich zúviel Können zu.

War sich sicher - seiner selbst. - Viel zu groß, die feigen Schuh´.

 

Plötzlich - wie ein Zwischenruf - tönt im Sturm der Hahnenschrei.

„Merke auf, Du kleiner Mensch, denn ein Unglück kommt vorbei!

Wache auf, verschlafe nicht!“ - Eigenwille in Gefahr.

Hahnenschrei, er weckte ihn, als er nah´ dem Abgrund war.

„Schrecke auf und halte ein! Kehre um, bevor´s zu spät.

Ins Verderben rennst Du sonst, wenn der Hahn noch einmal kräht.“

 

Auf dem Friedhof krähen sie, Grabessteine voller Not.

Hörst Du sie? „Vergänglichkeit!“ Sei gewiß, sie bringt den Tod!

Bist Du Dir im Klaren schon, wo Du Ewigkeit verbringst?

Denke nicht, Du hättest Zeit, wenn Du mit dem Sterben ringst!

 

Nur ein Bindestrich verbleibt zwischen Daten auf dem Stein.

Ganzes Leben steckt darin. - Soll es DAS gewesen sein?!

 

 

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