Wenn "Sollte" nicht will

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Es ist zum Verzweifeln, wie „müßte“ und „sollte“

sich ständig erdreisten zu drohn.

Und ob der Bedrohte es selber so wollte,

entnimmt sich am ehsten dem Ton.

 

Erhobene Finger, befehlende Worte,

gebietende Blicke mit Blitz,

bepuderte Näschen, belehrendes Forte,

ein sollender, schmollender Witz.

 

Im besseren Wissen, dem andern zu sagen:

„Gehorche, Du Esel, sei brav!

Und ordne Dich unter! - Bedenke ein Klagen

verrät mich ansonsten als Schaf!

 

Und willst Du nicht wollen, so hol´ ich den Besen!“ -

-> Ergreife die Chance beim Schopf!

Erzähl´ ihm, er „solle“ beim Fegen genesen

und kehren im eigenen Kopf.

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Manche Hunde mögen Suppe

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„Und denk´ dran, den Herd abzustellen, die Gardinen zuzuziehen und die Fenster geschlossen zu halten, bis ich wieder zurückkomme, hörst Du, Schnuggel!?“

„Aber, Wallburga, Du weißt doch, ...“

„Keine Widerrede, Du erinnerst Dich doch, wie die Nachbarn sich beim letzten Mal beschwert haben, als der Geruch nach verbranntem Ei in ihre Garage zog. Und wir wollen sie doch schließlich nicht wegen eines Eies aufbringen, zumal sonst keiner da ist, der auf Zwetschgi aufpaßt, wenn wir für ein paar Tage in den Urlaub fahren...“

 

„Dabei habe ich das Ei doch aufgegessen, und es hat mir sogar total gut geschmeckt!“ meinte der folgsame Mann zu seiner Frau, die gerade dabei war, ihm auf umständlichste Weise den Kragen zurecht zu zuppeln.“

 

„Ja, ja, ich weiß, Schnuggel, deshalb habe ich Dir die Suppe auch in den Kühlschrank gestellt, damit Du sie Dir doch noch aufwärmen kannst, wenn Du trotzdem noch Hunger haben solltest.“ Besorgt strich Wallburga ihm übers Haar und machte sich auf den Weg zum Einkaufen...

 

Warum er die Gardinen zuziehen sollte, das hat er bis heute nicht verstanden, aber er traute sich irgendwie auch nicht mehr, seine Frau danach zu fragen... sondern freute sich wie ein kleines Kind auf sein selbstgekochtes Ei, um wohlwollend dabei zuzusehen, wie Zwetschgi, der gemeinsame Haushund, schwanzwedelnd und vergnügt die Suppenschüssel ausschleckte...

 

Gleiches nicht mit Gleichem zu vergelten,

- ganz egal, wie schwer es fällt und sei, -

ist das beste Mittel, heimzuzahlen,

denn im friedlich selbstgekochten Ei,

wenn es auch tut noch so bitter schmecken,

bleibt die NICHT vollzog´ne Rache süß,

weil in solchem schuldlos Schadlos-Halten,

„man“ den Pfad der Tugend nicht verließ.

Denn die eingebrockte zähe Suppe

braucht den Löffel nicht mal - wie gesund! -

sondern wird so ohne heimzuzahlen

vorgesetzt dem heimgehalt´nen Hund.

 

 

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Zaum-Los

 

 

Was nutzt das hehrste Wort / im Dunst sich zu erdichten,

wo Anvertrautes sucht / Verschwiegenheit zu brechen,

als könnte Pipapo / integ´ren Halt versprechen,

fassadenreich zerschmückt / Bestechlichkeit beschichten.

 

Zu brav bemüht der Schein, / im Außen Streit zu schlichten,

den redbeseelten Schwall / geschwätzig feiger Schwächen

geheimniskrämergleich / am klaren Zaum zu rächen,

den Widerspruch im Tun / in Gruben zu errichten.

 

Gewissenlos erfrommt / der Spiegelthron im Wanken

im Takt sich zügellos / der Treue zu entschranken,

den Vorteil schon im Blick, / dem Einwand Stirn zu bieten.

 

Gefertigt glattes Recht / der Zunge List zu fügen,

die Redlichkeit zuletzt / im edlen Selbstbelügen

verlästernd im Versteck / der Heimlichkeit zu hüten.

 

 

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