Eis gebrochen

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Es perlen Freudentränen von den Wangen

der eisverträumten Flüsse - zeitverschwiegen,

als dürfe ein Geheimnis nicht versiegen,

zu künden von zerbrechendem „Vergangen“.

 

Und an den Ufern schmelzen tau-umfangen

erstarrte Damalslieder - aufgestiegen,

wie ungelöste Trauer fortzufliegen,

als hätten sie den Fluß der Zeit durchgangen.

 

Beredte Risse aderbahnbefreien,

dem spiegelglatten Antlitz nicht zu trauen,

zerkratzte Wangen, die vom Weinen müde,

 

als müßten Wunden selber sich verzeihen,

im Strahl der Sonne Zuversicht zu schauen,

wie Jahr um Jahr der Fluß bei seinem Liede.

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Flocken-Terzanelle

 

Beflügelt von dem Tanz der ersten Flocken

verströmt ein Lächeln seine Zuversicht,

vermag dem Hoffen Schimmer zu entlocken,

 

in winterliche Kälte, wie ein Licht

als zarte Brise lautlos einzudringen,

verströmt ein Lächeln seine Zuversicht,

 

als wolle es Musik ins Dunkle bringen,

in warmen Wintersonnenstrahlenweisen

als zarte Brise lautlos einzudringen

 

in Herzen, sie von Kummer zu enteisen,

der furchtsam sich dem Hoffen scheu entzieht,

in warmen Wintersonnenstrahlenweisen

 

nur allzu oft ins Gestern weh entflieht,

dem Hauch des Lächelns kein Gehör zu schenken,

das furchtsam sich dem Hoffen scheu entzieht.

 

Ein Sehnen sacht ins Jetzt hineinzulenken,

beflügelt von dem Tanz der ersten Flocken,

dem Hauch des Lächelns ein Gehör zu schenken,

vermag dem Hoffen Schimmer zu entlocken.

 

 

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o. T.

 

Willst Vergangenheit vergessen,

sie verdrängend leicht verlier´n.

Dunkles Denken scheint vermessen

in die Irre sich zu führ´n,

um das Gestern wegzuschieben,

das Erinnerte zu flieh´n.

Wenig Klares ist geblieben,

mit ins Heute es zu zieh´n.

 

Doch das Morgen wird Dich fragen:

Was hast gestern Du getan?

Dich für alles das verklagen,

was ja doch nicht ruhen kann.

Wo Du suchst, ihr zu entfliehen,

holt Vergangenheit Dich ein.

Je erstarrter Dein Bemühen,

um so zäher wird sie sein,

 

Dich Erinnertem zu stellen,

was Dein Heute dunkel malt,

jenes Urteil mit zu fällen,

das - von Dir - nur andern galt.

Leben wird sich Dir entziehen,

wo verbittert Du versuchst,

Deinem Schatten zu entfliehen,

nur „die anderen“ verfluchst.

 

Wórauf willst Du Dich beziehen,

wenn das Gestern Du erstickst?

Teil von Dir, mit allen Mühen

folglos in die Wüste schickst?

Wo es wühlt nach Wasserquellen,

weil der Durst, die Gier zu groß,

„Jetzt“ mit Sehnsucht zu erhellen,

die vor Kälte nackt und bloß

 

sich dem Irrtum blind verschrieben,

Schuld auf and´re überträgt,

um das Dunkle wegzuschieben,

das an Deiner Seele sägt.

 

 

"Wer vor seiner Vergangenheit flieht,

verliert immer das Rennen." - T. S. Eliot

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