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Schlummernde Kraft

 

Soll er toben, der stürmische Wind,

wie verheerend die Wehen auch sind.

Soll der Regen in strömendem Guß

sich entladen in reißendem Fluß.

Soll das winterlich treibende Weiß

sich verbünden mit frostigem Eis.

Das Gebaren der wütenden Vier,

seine maßlos gebietende Gier,

mag sich brüsten mit roher Gewalt,

mag beherrschen in grober Gestalt.

 

Doch es fehlt ihm die nötige Macht,

die das schlummernde Knospen bewacht,

die sein Werden behütet und lenkt,

sein geduldiges Harren beschenkt

mit lebendigem, stärkendem Saft,

mit erneuernder, wachsender Kraft.

 

 

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Keine Zeit

 

Laß uns nach den Sternen greifen,

Träume träumen, nur zu zweit,

unser stilles Glück genießen!

“Keine Zeit.”

 

Komm, wir wollen uns vertragen

und begraben unsern Streit,

uns versöhnen, neu beginnen!

“Keine Zeit.”

 

Sehe heut´ die Welt so trübe,

dunkel ist mein Seelenkleid.

Schenk mir doch ein Wort des Trostes!

“Keine Zeit.”

 

Habe eine Überraschung

ausgesucht, für Dich bereit.

Freude soll sie Dir bescheren!

“Keine Zeit.”

 

Heute trägst Du mich zu Grabe.

Heute tut Dir manches leid.

Ach, was gäbst Du heut´ nicht alles,

für die Zeit!

 

 

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