Der Bettler singt... (Rondo)
Der Bettler singt am Straßenrand,
die Flasche Whiskey in der Hand,
den alten Sorgen zu entfliehen,
sich neuen Pflichten zu entziehen
Die Masse hat sich abgewandt,
sich selbst in diesem Mann erkannt,
in Hoffnungslosigkeit verwandt,
die weiße Weste ausgeliehen.
Der Bettler singt...
sein Lied hinaus ins kalte Land,
in dem er keine Bleibe fand,
die weiße Weste auszuziehen,
den Wunden drunter zu entfliehen.
Im Whiskey hält er sie gebannt.
Der Bettler singt...
verträumt
Der Tag will zum Abend sich träumen;
zur Muße will wandern mein Sinn.
So liege ich zwischen den Bäumen
und sinne verträumt vor mich hin.
Als plötzlich - es tönt´ wie ein Klingen -
der See meines Waldes erwacht.
Forellen eröffnen ein Springen,
als hätten sie fröhlich gelacht,
mit Perlen von Wasser zu spielen,
erfrischend zu schmücken den Traum.
Ich konnte die Tropfen erfühlen
und rührte vor Freude mich kaum.
Bemüht
Er bemüht sich redlich, sich zu ändern.
Vorsatzmauern baut er täglich auf.
Strengt sich an in gut-gemeint´ Gewändern,
kämpft im Dauerlauf.
Halbes Leben ringt er mit den Mühlen.
Wandel stellt sich mit den Jahren ein;
nicht im Wesen, nur im Vorsatz-Wühlen.
Liegt im Weg der Stein?
Was er ändern wollte, wird noch schlimmer.
Gegen altes Leben kämpft er fort,
festzuhalten, was ihn hält noch immer
an demselben Ort.
Sucht sich irrend nur im Selbsterkennen.
Seine Fehler will er gar nicht seh´n.
Will im Tun so schnell zum Werden rennen.
Es beherrscht sein Geh´n
wie die Fehler, die er loszulassen
Labyrinthe wählt zu seinem Ziel.
Was er hat zum Sein, er will´s nicht fassen,
kämpft mit sich zuviel,
um das Schöne wirklich seh´n zu können,
das ihn täglich wie ein Schatz umgibt,
läßt sich blenden, blind-bemüht zu rennen,
was die Sinne trübt.
„Keiner ist so blind wie der, welcher nicht sehen will.“ - aus Frankreich
Tango












