erspürt

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So lange schon erträgst Du Deine Bürde

geduldig, ohne jemals blind zu klagen,

als würde sie ein and´rer mit Dir tragen,

im stillen Überwinden mancher Hürde.

 

Es liegt in Deinem Ringen jene Würde,

an deren Schulter Menschen nicht verzagen,

um trotz der Kreuzeslast ein Ja zu wagen

zum angenomm´nen Sinn der Kummerbürde,

 

die ohne Selbstverschulden sich bescheidet,

um andern Trost im tiefsten Tal zu schenken,

erspürend, was in stummen Qualen leidet,

 

als Gabe Dir zur Bürde mitgegeben,

um innen Dich mit Liebe zu bedenken,

aus der Du andern hilfst, mit Last zu leben.

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o. T.

Ach, wie tönern sind die Füße, die da ruhen auf der Macht,

die es vorzieht abzuhängen von der Gunst der Masse. - Acht!

„Seht ihr zu! Denn ich bin schuldlos, wenn Gerechtigkeit verblaßt.“

sagt er, wäscht die feigen Hände, denen Klarheit so verhaßt.

Denn er sieht den Ruf gefährdet, weil er zu verbergen hat,

was der Feind in seinem Hause als Geschenk zu decken bat.

Akten werden bald vernichtet, denn sie liefern Pulverfaß,

dem ein Funke fehlt zu sprengen, und den angehäuften Haß

jenes Sklaven anzuzünden, dem er selber sich versklavt,

weil es nicht nur Macht und Anseh´n, sondern blendend ungestraft,

hilft, Beweise zu entfernen, die belasten durch Betrug.

Zeugen werden schnell beseitigt. „Augen zu! Es ist genug!“

Keiner soll die „Ordnung“ stören, die sich täuschend selbst gefällt.

Furcht erschüttert machtlos Worte, weil das Kartenhaus nicht hält.

„Laßt den Störer ganz verschwinden! Menschenleben zählt ja nicht!“

spricht der Feige wie Pilatus, stellt sich selber vors Gericht,

denn er will den falschen Frieden. Seine Macht, die gibt er ab.

Opfert Wahrheit - fremdgesteuert -, wirft Gerechtigkeit ins Grab

und begräbt mit ihr die Werte, die sein Haus zusammenhielt,

als es noch die Würde pflegte, die nach keiner Macht geschielt...

 

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Ehr-Geiz

Menschenskinder, was versammelt diese Leiden-schaf(f)t viel Pein!

Diese Gier nach Ruhm und Ehre, handelt nicht nur Hunger ein,

den der Geiz-besitzer innen, nagend-eitel ständig spürt,

wenn Begierde nicht gestillet und der Geltungsdrang sich rührt.

Aus Bedürfen wird ein Suchen und am Ende eine Sucht,

welcher liegt die Macht zugrunde, Geizer sucht sie in der Flucht.

Da die Neigung zu beneiden stets latent vorhanden bleibt

und sich an der übersatten, hungervollen Seele reibt,

bleibt Gewissen auf der Strecke, gibt es Opfer bald zuhauf.

Doch der Geizer nimmt die fremden und die eig´nen gern in Kauf.

 

Leiden schafft er sich im Laster seiner lüstern´ Gier nach Ich.

Ohne Ruh´ ist sein Verlangen. Ohne Maße quält er sich

und die andern, die er blendet und benutzt für seinen Zweck.

Zum Erreichen seiner Ziele geht er über manchen Dreck.

Ohne Scheu, Betrug zu nutzen, weil Besessenheit ihn jagt.

Ehrgefühle sind zertreten, wo die Ignoranz ihn plagt.

Wo sein Selbstgefühl abhanden, ist ihm jedes Mittel recht.

Minderwertigkeit zu zwingen, wo sie um so mehr sich rächt.

Schamgefühl ist abgestorben, ehrlos kauft er tote Ehr´.

Sucht Befriedigung im Außen; damit wächst der Geiz noch mehr.

 

Und sein ungeglücktes Streben stickt das kleine Glück im Keim.

Übermäßig will er leben, geht sich selber auf den Leim.

Merkt er gar nicht, wie sie lachen, ihn verspotten mitleidlos?

Ist sein Ehr-Geiz gar so gallig, daß er Triebe stellt so bloß?

Kann er nicht mal ausnahmsweise nur an zweiter Stelle steh´n?

Dritte würde auch genügen, Gönnen-Können im Versteh´n!

Denn je höher Ehre geizet, desto tiefer wird ihr Fall.

Und dann kriecht er - ganz vergessen - ohne jeden Widerhall.

Das, wonach er ständig suchte, wird zur Geißel ihm zuletzt,

denn er hat sich wie ein Sklave an die Kette selbst gesetzt.

 

Mitgefühle abgestorben, auf dem Weg nach oben stet,

wo das letzte bißchen Skrupel von dem Schein im Heil vergeht.

Wer sich selber nicht genüget, wird sich bleiben eig´ne Last,

und er findet tief im Innern auf der Suche keine Rast.

Kann die Unvollkommenheiten nicht ertragen in der Lust.

Welt ist viel zu klein für Geizer. Wie wird erst der Grabes-Frust!

 

 

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