Ballade o. T.
.
Was suchst du, Gascon, bei Tag nach Licht?
Du lechzt nach Leben; dein Traum zerbricht
in tausende Teile. Eile ans Tor
der Nacht. Es wartet der Tod davor.
Wohin des Weges? Was führt dich hierher?
Geh Heim, Verirrter. Schlage nicht mehr
den Schaum in Stücke, entschmücke bald
dein Zelt von Tand- und Truggestalt.
Es trabt ein Roß aufs Feld hinaus.
Sein Reiter röchelt: Bring mich nachhaus. -
Hoch oben zwischen Protz und Geprang
halten Krähen dein Gekrächz für Gesang.
Verscharre, Gelehrter, die Schuld deines Einst
im Grab des Alten, des Tun du beweinst.
Verhehle, komm, vertusche die Tat,
bevor ein Stern im Schlafe Dir naht.
Anbete nicht deinen Thron aus Staub,
denn er fällt den Würmern der Zeit zum Raub.
Er zerschellt an Knochen, die namenlos flehn,
als könnten dir Tote ins Innere sehn.
Zu Asche Gequälte verfolgen dein Wort,
Sklave der Feigen, du jagst sie nicht fort. -
Es trabt ein Roß ins Blaue hinaus.
Den Reiter verspotten Leichen beim Schmaus.
Aus greisen Gesichten entschweigt sich die Not
geheuchelter Reue als Angst vor dem Tod.
Die Geister von gestern, sie klagen dich an:
"Doktor Gascon hat uns Weh getan!"
Mit mildem Lächeln umgarnt er die Welt
der Narren; Applaus, der sich glänzend gefällt.
Es trabt ein Roß ins Schwarz der Nacht.
Den Reiter hat´s um den Schlaf gebracht.
.
Salzkreuze
Von Fata Morgana zu Fata Morgana, als fremder Nomade im eigenen Land,
ersann er Gesichte, im Schwindel gefangen, und suchte nach Echo im silbernen Sand.
Er sehnte sich mürbe, an Trübsal gebunden. Ein Mensch sah ihn dursten; er hielt einen Krug.
"Verweile, benetze die lechzenden Lippen. Ich trage für beide an Wasser genug."
Die Hilfe mißachtend, vom Taumel besessen, erhobenen Hauptes und ohne ein Wort,
verstieß der Nomade die gebenden Hände und setzte die irrende Wanderung fort.
x x
Er fand ein Band,
geknüpft aus Sand
im Land der Salzfiguren.
Darunter lag
sein Schicksalstag,
umringt von Tränenspuren.
Zwei Zeiger tickten tropfengleich
ihr Zeitenlos ins Erdenreich. -
Gekrümmte Kreaturen
aus Lust und Leid,
von Zwang entzweit,
mit eingravierten Blicken
zurück ins leer-
gebrannte "Mehr"
verstummten wie das Ticken
der pfluggeneigten Herzschlaguhr,
verbunden durch die Nabelschnur
aus Fang- und Fesselstricken.
"Was klagst Du, Mann
der Tarnung? Kann
die Schlangenhaut Dich wärmen?
Du kriechst Dich krumm
und schleichst Dich dumm,
die Motten zu umschwärmen,
damit sie Dich zum Himmel heben,
um höher, höher noch zu schweben,
wo Krähen krächzend lärmen.
Dein Band zerrinnt
wie Sand im Wind.
Zu Salz erstarrt Dein Streben
nach Ruhm. - Applaus!
Dein Aschehaus
besteht aus Spinnenweben! -
Im zweiten Zeiger tickt Dein Glück
ins einst geliebte Herz zurück.
Es hörte auf zu leben."
Tango











