blickverschwiegen

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Tief im Tann- und Fichtenfrieden,

nah dem Bächlein, abgeschieden,

wohnt im Waldessee verborgen

Tränentau von Menschensorgen,

ausgeweint am Wegesrand.

Wandermüde Moosgedanken

winden sich durch Efeuranken

bis zur fernen Felsenwand,

 

deren steingeheimen Spalten

Beichten still für sich behalten,

sturmgeschützt für alle Zeiten

Einsamkeiten zu geleiten

an die Grenzen reifer Not,

sie zu lindern, blickverschwiegen,

muterquickt nachhaus´ zu fliegen,

eingetaucht ins Abendrot.

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Furcht-Los

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Es müßte doch das Herz / vor Furcht Dir fast zerspringen,

die Frage nach „Warum“ / vertrauend nicht zu stellen.

Gewiß, es läßt ein Grund / der Last sich nicht erhellen.

Und doch vermag Dein Blick / ein Leuchten anzuklingen.

 

Im rechten Klagen darf / „Wie lange noch?“ erringen,

was kühn der Hilfe harrt. / Am Schweigen nicht zerschellen,

wo eig´ne Kraft versiegt, / Entschluß zum Ja zu fällen,

wo Hoffen nicht mehr reicht, / zur Wurzel durchzudringen,

 

die glaubend sich ernährt, / - von Stürmen peitschgeschunden,

im tiefsten Kerkerloch - / Vertrauen zu bekunden

in den, der lenkt das Boot / zu seiner Zeit ins Lassen,

 

im Zweifel still-gewiß, / ein Ufer zu erreichen,

den Blick zum Steuermann, / zu schaun der Rettung Zeichen,

um trotz der feigen Furcht, / die Hand zum Licht zu fassen.

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Bilanz

 

Der eine sucht, solange bis er jene Perle findet,

darin er seine Lebens-Chance sieht,

darauf die eine Karte setzend alles wagend gründet,

im „kleinen“ Glück des Alltags sich erzieht.

 

Der and´re schuftet hart und findet an des Weges Wende

den Schatz, von dem er lange schon geträumt.

Er nimmt sein Herz in beide mutig´, abgemühten Hände,

entscheidet, wo ein and´rer SICH versäumt.

 

Am Ende, wenn es heißt, Bilanzen chancenlos zu ziehen,

ergreift den Lauen Angst. - Sie heißt „Verpaßt!“.

Im Fernen Sinn gesucht, dem nahen Ruf im Jetzt zu fliehen,

als wäre „Jeden-Tag-zu-prüfen“ Last.

 

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