Furcht-Los
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Es müßte doch das Herz / vor Furcht Dir fast zerspringen,
die Frage nach „Warum“ / vertrauend nicht zu stellen.
Gewiß, es läßt ein Grund / der Last sich nicht erhellen.
Und doch vermag Dein Blick / ein Leuchten anzuklingen.
Im rechten Klagen darf / „Wie lange noch?“ erringen,
was kühn der Hilfe harrt. / Am Schweigen nicht zerschellen,
wo eig´ne Kraft versiegt, / Entschluß zum Ja zu fällen,
wo Hoffen nicht mehr reicht, / zur Wurzel durchzudringen,
die glaubend sich ernährt, / - von Stürmen peitschgeschunden,
im tiefsten Kerkerloch - / Vertrauen zu bekunden
in den, der lenkt das Boot / zu seiner Zeit ins Lassen,
im Zweifel still-gewiß, / ein Ufer zu erreichen,
den Blick zum Steuermann, / zu schaun der Rettung Zeichen,
um trotz der feigen Furcht, / die Hand zum Licht zu fassen.
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Bilanz
Der eine sucht, solange bis er jene Perle findet,
darin er seine Lebens-Chance sieht,
darauf die eine Karte setzend alles wagend gründet,
im „kleinen“ Glück des Alltags sich erzieht.
Der and´re schuftet hart und findet an des Weges Wende
den Schatz, von dem er lange schon geträumt.
Er nimmt sein Herz in beide mutig´, abgemühten Hände,
entscheidet, wo ein and´rer SICH versäumt.
Am Ende, wenn es heißt, Bilanzen chancenlos zu ziehen,
ergreift den Lauen Angst. - Sie heißt „Verpaßt!“.
Im Fernen Sinn gesucht, dem nahen Ruf im Jetzt zu fliehen,
als wäre „Jeden-Tag-zu-prüfen“ Last.
Vanidad de Vanidades
Wie oft der Mensch doch irrend meint,
sobald er DAS bekommt, so scheint,
wonach er sich verzehrte,
worauf er hoffte, menschgebaut,
wonach die Sucht des Sehnens schaut
und was er lang begehrte.
Er denkt, Probleme wär´n gebannt,
soferne Geld und hoher Stand,
und´s Herzerl unter Hauben.
Er setzt auf Mensch die Hoffnung nur
auf Können, Wissen, Bildung pur,
von Gott gelöstem Glauben.
Und auf Obama noch, oh ja,
und auch die Eso-Tante da,
sie soll´n die Karten legen.
Dazu auf Frieden, Eier auch,
und Freude für den vollen Bauch,
um Geist nicht zu bewegen.
Und wichtig noch die Sicherheit.
Die Welt nach vielen Dingen schreit,
wo Hoffen ist vergeben.
Wo eine Krise abgeschafft,
da fehlt es anderswo an Kraft,
ein Labyrinth-Bestreben.
Und stets entlarvt sich Hoffen dann
als falsch gesetztes Pferd, und kann
die Süchte nimmer stillen.
Sie haben alles, übersatt,
und wollen, was der and´re hat,
die Gier so maßlos füllen.
Und meint er, Mensch zufrieden wär´,
so irrt er sich nur um so mehr,
wo Vanidad nur nichtig.
Wie traurig, hoffnungslos das klingt,
wenn Veritas ihr Liedchen singt.
die Töne sind ja richtig.
Der Salomo, er hat´s erkannt.
Er hatte alles, Ruhm und Land,
was immer Mensch will haben.
Am Ende seines Lebens sah
er ein, wie nichtig alles war,
und konnt´ sich dran nicht laben.
Die Folgen solcher Einsicht - schal,
bis heute Flucht ins tiefste Tal,
bis hin zur Lebenslüge.
Umgehen ohne Hoffnungsblick,
ins Dunkel kehrt er stets zurück,
ins Nimmersattgenüge.
Wer Jesus hat, der hofft mit Ziel
auf Leben, Frieden, mehr als viel,
auf sich´rem Felsengrunde.
Wer echte Hoffnung sucht in Gott,
der hofft im Sterben noch und Not
der allerletzten Stunde.
Die Hoffnung geht nach Golgatha,
ans Kreuz. Vergebung ist uns nah.
Wo dies erfaßt im Glauben,
da wird der Mensch ein Gottes-Kind,
vertraut dem Vater, bleibt nicht blind.
Und DAS kann niemand rauben!
