Verhedderte Nabelkabel

Hat Dich Übermut ergriffen,

tolle Kühnheit hirngekniffen,

die Vermessenheit gebissen,

überheb´ Dich in dem Wissen,

daß Dein Prahlen ohne Wurzeln,

bald beginnt, bergab zu purzeln,

leicht gefertigt löst Gedanken,

die verlieren alle Schranken,

bis die Übersicht verloren.

Und dann heißt es: Weiter bohren,

bis der Turm in Deinem Babel

stürzt in Deinen engen Nabel

oder gänzlich in die Hose,

wo der Lorbeerkranz sitzt lose,

weil er fürgewitzt im Loben,

wahnbeherzt beginnt zu toben,

wo der Ruhm zu Kopf gestiegen,

um die Wahrheit zu verbiegen,

und besonnenheitverloren

sich dem Nimbus hat verschworen.

 

Wasser fehlt auf allen Mühlen

und beginnt im Schlamm zu wühlen,

überspannt dabei den Bogen,

fühlt sich von der Welt betrogen,

weil er seine Wunde nährte,

die sich gelb vor Neid verzehrte,

ausgeschweift sich zu beklagen

wo ein leises Hinterfragen

aus der Ruh´ vermag zu bringen,

in die Knie zu bezwingen,

wo der Babelturm im Wanken

sich mit Lügen mag beranken.

Noch im Himmel voller Geigen

irrt der Übermut ins Schweigen

und verheddert sich beim Ringen

in den selbst gelegten Schlingen.

 

Rastlos sucht er nach dem Retter,

der die angeknacksten Bretter,

die die Welt ja nicht bedeuten

in die rechte Bahn zu leiten.

Denn das schwindelnde Vergnügen

mündet bald im Selbstbetrügen,

das den letzten Nerv will rauben.

Keiner will dem Schwindel glauben.

Und beim Pochen auf die Rechte

widersprechen sich die Knechte,

taumeln eitel voller Zwänge

sich zuletzt noch in die Enge,

wo sie harren in dem Wissen,

daß sie sich ja selbst beschis...

Drücken so nur weiter nieder

ihre aufgedeckten Glieder,

die im steten Haupterheben,

sich den Todesstoß gegeben,

weil der Übermut beklagte,

daß die Wahrheit hinterfragte.

 

Die Moral von der Geschichte:

Führ´ Dich selber hinters Lichte,

denn es wird Dir keiner glauben,

und dann fängst Du an zu schnauben,

bis die Luft wird immer dünner,

denn wer glaubt schon einem Spinner?

 

 

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"O heuchlerische Güte

Schmeichelnd kitzelt die Schlange, wo sie sticht!“ - William Shakespeare

Bettelst um die Anerkennung, die Dir andere verwehrt?

Willst Dich selbst durchs Loben schmücken, denn Dein Säuseln klingt verkehrt!

Um im Mittelpunkt zu stehen, buckelst Du Dich gerne hoch.

Doch Dein Heucheln, es spricht Bände. Minderwertig ist Dein Joch.

Wer vom Neide ist zerfressen, anerkennt die Besten nie.

Denn sie sind ihm überlegen, brauchen keine Liebesmüh´.

Was versprichst Du Dir vom Schleimen? Keiner achtet Dich drum mehr.

Hast Du Dich doch längst verraten. Doppelleben lasten schwer.

Wärst Du eine von den Guten, gönntest Du dem Besten Seins.

Doch Du läßt Dich lieber kaufen. Solch´ Hofieren ist nicht Meins.

Wer ´was kann, der braucht nicht schmeicheln. Können ist ihm ja bewußt.

Wer ´was vorgibt nur durch Scheinen, der scharwenzelt sich in Frust.

Süßes Holz, es stinkt nach Lügen eines Laien, der sich duckt,

sich der Maske Schein entledigt, die sein Spiegelbild bespuckt.

Schmeichler wollen nur schmarotzen von beneidet-echter Kunst.

Denn sie bleiben Ohrenbläser, Sklaven in dem eig´nen Dunst.

Zungendrescher, Händelanger, die verhungern ohne Herrn.

Deshalb lieben sie das Täuschen ihrer Engelshüllen gern.

Vorne tun sie an sich biedern. Sie erhoffen sich Gewinn.

Und wenn dieser nicht erfolgte, ist die Hinterlist ihr Sinn.

 

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Selbstbetrug

Warum willst Du noch verharren,

in dem Käfig voller Narren,

den Du eigens Dir errichtet,

und in welchen Du geflüchtet?

Deine Tarn- und Narrenkappen,

sind ja schon am Überschnappen,

tun sich auf die Schulter klopfen,

gegenseitig schmalzverstopfen.

Nicht mal Trampel können schmunzeln,

denn Dein Lachsack trägt schon Runzeln,

den Du Dir zum Applaudieren

magst Dir von der Backe schmieren,

Nur Dein Echo kann noch winseln.

So was nennt sich Bauchbepinseln.

 

Hast Du weiters nix zu lachen,
lachst Du über flache Sachen.
Gehst des Nachts in Deinen Keller,
denn die Leichen lachen heller,
in der Hysterie Geflunker,
die am Tage schläft im Bunker,
um sich vor dem Licht zu bergen
bei den witzelosen Schergen.
Stillos, schamlos, voller Leere,
gähnt Dir Deine Grabesschwere.

 

Warum willst Du Dich betrügen?

And´re kannst Du nicht belügen!

Denn sie kennen Deine Tücken.

Wirst Dich selbst darin verstricken!

 

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