Trotz Vorwarnung
Blinde Dreistigkeit zu warnen
vor den Folgen einer Tat,
wird Vermessenheit enttarnen,
die dem Abgrund trotzdem naht.
Weder angedeutet´ Raten
noch Ermahnen wird gehört,
wo der Wahn, die Tat zu bahnen,
an Gefahren sich nicht stört.
Obacht! Vorsicht! Eisesglätte!
Gehst Du weiter, fällst Du hin!
Nach dem Fallen kommt das „Hätte“,
wo ein Mahnen ohne Sinn.
Blindem Wüten fehlt Begreifen
jenes Schadens, der bewußt
sich durch Handeln will vergreifen,
voll der wilden Zorneslust,
an verbot´nen, fremden Früchten.
Mahnung ruft umsonst ihr Halt!
Doch der Wahn des blinden Wütens
tritt die Warnung mit Gewalt.
Wenn vorhergesagtes Stürzen
eingetreten, plötzlich, jäh,
wird die Folge bald verkürzen,
was den Schaden suchte, zäh,
trotz der vielen Hinweisschilder,
trotz der Ampel, die auf Rot,
selbstzerstörend um so wilder,
Abgrund wählte trotz Verbot.
„Den Verwegnen hüte Dich zu warnen! Um der Warnung willen
läuft er in jeden Abgrund noch.“ - Friedrich Wilhelm Nietzsche
Schnüffel-Los
Fieberhafte Infosuche - Hobbyschnüffler haben´s schwer.
Leben´s Leben and´rer Leute, denn ihr eig´nes ist so leer.
Spionieren wie besessen Menschen nach auf Schritt und Tritt,
jedes Pünktchen zu kopieren bei dem Eigennutzen-Ritt.
Statt sich selber nachzuspüren, grenzverletzen sie ein Du.
Sammeln Daten, um zu hetzen, kommen selber nie zur Ruh´.
Obsessive Hobbyjäger fühlen sich gehetzt zur Jagd,
andern Leuten nachzustellen, weil nach ihnen keiner fragt.
Geben vor, dem Wert zu dienen, der Gemeinschaft. - Aufgeklärt
sollen allesamt erkennen, was dem Stalker selbst verwehrt,
der sich als Verfolger wähnte, der am Ende - observiert -
seine Nerven, seine Achtung vor sich selber ganz verliert.
Im Belauern, im Bespitzeln zeigt der Schnüffler sein Gesicht.
Minderwerte zu verbergen, das gelingt ihm leider nicht,
denn er sucht sich auszutauschen bei Gerüchten, die er fand,
auszuhorchen, zu betratschen, gibt sich SO nur in die Hand
derer, die sein Tuscheln teilen, setzt dabei auf´s falsche Pferd;
denn nicht selten wird Vertrautes gegen ihn zuletzt gekehrt.
Sein Beschatten, das den Schatten über seine Seele legt,
um die Leere auszufüllen, weil er Schönes nicht verträgt.
Leicht gefertigt ist sein Reden, ohne Reife, zügellos,
Seine Unzulänglichkeiten zeigen ihm sein Narren-Los.
Neue Gier - geschwätzig-eitel - findet Neues nicht in sich,
will das Unglück and´rer sichten, läßt sich dabei selbst im Stich.
Welch ein eifersüchtig´ Urteil! Ungeduld zerfrißt sein Herz,
indiskret und roh vermessen, in Zerstörungswut und Schmerz,
um den Haß in sich zu stiften, konkurrenzgeplagt verhehlt,
läßt den andern dafür büßen, was ihm selbst im Leben fehlt.
Solch gestört´ Persönlichkeiten, die morbide-dominant,
sich das Dasein selbst zerstören, haben sich noch nie gekannt.
Sie fixieren sich auf and´re, saugen deren Leben auf,
neiderfüllt und hinterhältig nehmen sie die List in Kauf
und zertrümmern so am Ende nur den eig´nen Ruf beim Knall.
Ahnen nicht die vielen Augen, die schon folgen ihrem Fall.
Das Reale geht verloren. Nur ihr Ego BLEIBT verletzt,
fühlt sich ungerecht behandelt, hat´s durch Unrecht so ersetzt.
Einsam stalkt der Hobbyschnüffler, wie ein Spanner auf der Flucht,
Tropfen Leben einzuatmen bei der Spionage-Sucht.
„Wer dir von andern schlecht spricht,
spricht auch anderen schlecht von dir.“ - Sprichwort
Scham los
Sind die Taten erst mal nackt,
brauchst Du Dich nicht schämen.
Feiges Blatt auf Scham gepackt.
Wózu noch bezähmen?!
Hast die Grenze längst versäumt,
die Gewissen setzte.
Hast Dich in den Trug geträumt,
als der Schein verpetzte,
daß Du Wahrheit abgesagt,
weil sie Dich entkleidet´,
Deine Lüge Dich verklagt´,
wo Du Licht beneidet,
welches Dir nicht leuchten will,
weil Du Scham verloren.
Edles meidet solches still,
hat Dir abgeschworen.
Schamlos´ Show verkauft sich schlecht,
inszeniert die Schwächen.
Kunst bedarf der Scham zurecht,
ohne zu bestechen.
Doch Du suchst die Peinlichkeit,
kunstlos zu bezeugen,
wie Du ohne Ehrlichkeit
jedes Recht tust beugen.
Wo es gänzlich aufgedeckt,
bloßgestellt im Lichte,
die Blamage Dich befleckt,
macht sie Ruf zunichte,
sucht zu retten, was noch geht,
das Gesicht zu wahren.
Die Beschönigung gesteht
schuldiges Gebaren,
weil sie Schuld dem Andern gibt,
um sich rauszureden,
weil sie größenwahnverliebt
anfängt zu verblöden.
Daher: Schäm´ Dich lieber nicht,
denn Du könntest merken:
Tief gesunken ist Dein Licht
bei den Gaukelwerken.
