Schwulsti im Bombast-Gewühl

 

Theatralisch, hoch dramatisch schreit sie sich zur Bühne vor,

um im Mittelpunkt zu stehen, mitten in das Eigentor,

zu berichten - unglaubwürdig - was ihr alles widerfahr´n.

Solche weinverkrampfte Ohnmacht kommt bei Narren immer an,

möglichst laut und übertrieben, niemals fähig zur Kritik.

Damit konfrontiert zu werden, findet Schwulsti gar nicht schick.

Wer ihr Unzulänglichkeiten aufzuzeigen sich erbarmt,

muß sogleich verleumdet werden, weil die Zentrik sonst verarmt,

denn die Märchen sind erfunden, dargestellt wie echt erlebt,

um die Bühne zu bereiten, die dem Wahn vor Augen schwebt.

Schuld begnügt sich abzuwehren, wälzt sich auf das Außen ab,

daß das Mitleid mit sich selber aggressiv zu spüren gab,

was erneuten Streß verursacht, lauter wird der Hilfeschrei

nach sozialer Unterstützung für das Ego-Einerlei.

Exzessiv und suggestibel, ohne echtes Wertgefühl,

manipulative Torheit drängt sich ins Bombast-Gewühl,

um extrem sich darzustellen, affektiert und ohne Scham,

um die Blößen preiszugeben, kokettierend und infam.

Schwulsti sucht sich stets ´was Neues, stimuliert sich nackedei.

Seelen-Exhibitionisten denken sich ja nichts dabei,

histrionisch zu agieren, in die Szene platt gesetzt,

sprachlich völlig oberflächlich, ohne Stil und schein-ergötzt,

Emotionen zu erpressen; drohend, wo es aufgedeckt,

um hysterisch durchzudrehen, weil ja niemand Stiefel leckt...

 

 

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Arglistige Täuschung

Täuschen, das auf Arglist gründet,

geht der Vorsatz stets voraus.

Falsche Fakten vorzuspiegeln,

darauf ist Betrüger aus.

Irrtum wird hervorgerufen

beim Getäuschten, ganz bewußt,

auch durch Schweigen oder Löschen.

Wenn es auffliegt, steigt der Frust

beim Betrüger. - Der Erwischte

überführt sich um so mehr,

als er vorgibt, sich zu irren.

Doch Beweise wiegen schwer,

wenn die Tat gesehen wurde,

die - vertuscht - sich selbst betrügt,

daß am Ende der Betrüger

seinem Trugbild unterliegt.

 

 

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Steckengeblieben

Früher war sie lebenslustig. Heute fehlt das Wertgefühl.

Kinder gehen eig´ne Wege. Ihrer Mutter fehlt ein Ziel,

denn sie sagt sich: „Keiner braucht mich.“ - redet es sich täglich ein.

Die Gefühle zu versagen binden sich ans Einsam-Sein.

Morgens steht sie vor dem Spiegel, und es schmerzt sie, was sie sieht.

Haut und Haare sind verändert. Doch sie leugnet und sie flieht

in Diäten, Cremes und Farben für die Maske, die Figur.

Älterwerden macht sie traurig, denn sie schaut die Mängel nur

und beginnt sich zu entziehen, fühlt sich meistens isoliert,

überflüssig, ohne Ruhe, in dem Glauben, sie verliert

ihren Partner, ihre Freunde durch die Inaktivität.

Sie vergleicht sich mit den Jungen, wird empfindlich und gerät

in so manche Depressionen durch den Neid, der sie bedrängt.

Fühlt sich innen wie ein Mädchen, das die Ketten nicht mehr sprengt,

um im JA zum Älterwerden JA zu sagen zu dem Jetzt.

Darin will sie steckenbleiben, denn sie hat sich ausgesetzt

mit den Falten, die sie schmücken, mit dem Welken ihrer Haut,

statt sich selber zu bejahen, weil ihr vor dem Alter graut.

Liften, Schminken, frische Zellen, alles hat ihr nichts gebracht.

Auch die kleinen Abenteuer haben sie nicht jung gemacht.

Und sie schämt sich vor sich selber, weil sie andere belügt,

macht sich meist um Jahre jünger, wo ihr Spiegel nicht betrügt.

Sie beginnt sich zu bedauern, haßt den Körper, pflegt sich nicht.

Zweifel fangen an zu bohren. Sie verliert das Gleichgewicht,

sich im Stillen vorzuwerfen, daß sie achtlos hat gelebt,

Zeit verloren durch das Hadern, weil sie wertlos sich erlebt.

Deshalb kämpft sie mit dem Alter, flüchtet in Verbitterung.

Statt sich selber anzunehmen lebt sie in Erinnerung

und vertreibt den Mann, die Freunde. Ohne Liebe und Geduld.

Für die ungelebten Jahre gibt sie anderen die Schuld.

 

 

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